Preiswürdiger Hobbykoch aus Grasbrunn Schnörkellos köstlich

So sehen Sieger aus: Sebastian Schönwälder kocht nicht nur gerne, er geht auch gerne essen.

(Foto: Florian Peljak)

Der Grasbrunner Sebastian Schönwälder gewinnt den Fernseh-Kochwettbewerb "Das perfekte Dinner".

Von Britta Rybicki, Grasbrunn

"Ich mache immer das, was mir Spaß macht", sagt Sebastian Schönwälder und für ihn ist das nicht bloß eine Floskel. Diese Devise kauft man ihm ab, wenn man ihn während seiner großen Leidenschaft beobachtet.

Er ist Genießer und Feinschmecker, ein geselliger Typ - er scheut für gutes Essen keine Mühe und liebt seinen Platz hinter dem Herd. Bereits im Kindesalter war es offenbar um ihn geschehen: Während sich andere von bunten Bauklötzen beeindruckend ließen, faszinierte ihn seine Mutter beim mühevollen Kartoffelschälen oder Fleisch anbraten. Sie steckte ihn an und er wurde ein ambitionierter Hobbykoch. Kürzlich gewann er beim Fernseh-Kochwettbewerb "Das perfekte Dinner".

Bei seinem Onkel, Arnold Schönwälder, in der Hotelküche in der Schweiz hatte er regelmäßig seine Schulferien verbracht. Er rührte im Alter von neun Jahren seine ersten Suppen an. Dass unter dem Küchenchef noch Zucht und Ordnung herrschten, schreckte ihn nicht ab. "Es sind sogar die Bratpfannen durch die Küche geflogen", sagt Schönwälder. Außerdem stand ihm ständig sein zähneknirschender Vater im Nacken; immer wieder zerrte er ihn aus der Küche. "Er hat mich oft rund gemacht, weil er Angst hatte, dass ich das beruflich machen möchte", sagt Schönwälder. Obwohl er den Bedenken seines Vaters folgte, legte er den Kochlöffel nicht mehr aus der Hand. Er verdient heute sein Geld mit Immobilien, Muße dafür gewinnt er an seinen Töpfen. "Wenn mich der Job mal nervt, fahr' ich auf den Markt, ruf' danach rum und dann ist die Bude voll", sagt Schönwälder.

Dass hinter den wohlschmeckenden Mahlzeiten jahrelanges Training steckt, wissen seine Gäste. Neben Familie und Freunden nahmen jüngst sogar Rivalen an seinem Esstisch Platz. Seine Frau Theresa meldete ihn heimlich beim TV-Kochwettbewerb "Das perfekte Dinner" an.

Kalbsfilet mit MarsalaTrüffel-Soße

Dann der große Tag: Er tritt gegen die vier Hobbyköche Linda, Melody, Paul und Manfred an. Alle stellen zu Sendungsbeginn ein Wunschmenü zusammen, das unter den Gastgebern ausgelost wird. Schönwälder bekommt Schweißausbrüche, als er Manfreds Wünsche sieht: "Am meisten gefürchtet habe ich mich vor der Vorspeise." Zwar muss er zeitlich tricksen, doch die klare Tomaten-Consommé besteht den Geschmackstest seiner Gegner - mit Bravour! Danach tischt er Kalbsfilet mit Marsala-Trüffel-Soße, Kartoffelstrudel und Gemüse auf. Das Beste kommt zum Schluss: Zabaione mit roten Beeren.

Theresa gibt ihm als "Schnibbelfee" Rückendeckung, sie landen auf Platz eins und sacken 3000 Euro Preisgeld ein. "Es war schwierig, mit einem Sieg habe ich deshalb überhaupt nicht gerechnet", sagt Schönwälder. Bereits einen Tag später investiert er einen Teil des Geldes: "Wir haben bei meinem Lieblingsitaliener in der Stadt getrunken, gegessen und ausgiebig gefeiert." Es ergibt ja auch Sinn, wenn ein Hobbykoch sich vom Profi verwöhnen lässt. Dort kann sich ein jeder etwas abschauen und noch dazu lernen - auch der Dinner-Gewinner.

"Chichi", wie er es nennt, lehnt Schönwälder aber strikt ab; er mag es in der Küche einfach und ehrlich: "Ich brauche keinen Schaum oder Blümchen auf meinem Filet." Die Qualität der Produkte sei wichtiger - und dass sie auf dem Teller erkennbar bleibt. Eine Ausnahme macht er bei seinen Idolen: Den Münchener Sterne-Köchen Hans Haas und Alfons Schuhbeck verzeiht er Spielereien auf dem Teller. "Ein großer Wunsch ist es, ihnen mal über die Schulter zu schauen."

Sein größter Fehlkauf? "Die Mikrowelle", sagt Schönwälder. Seit er für Sohn Juraj nicht mehr die Flasche aufwärmen muss, staubt diese ein. Andere Küchenmaschinen besitze er nicht: "Alles in einen Topf knallen und mischen, zählt für mich einfach nicht", sagt Schönwälder. Und mittlerweile greift der achtjährige Juraj seinem Vater unter die Arme: Ehrenvolle Aufgaben wie die Schnitzelpanade oder das Gemüseschnibbeln erledigt der Nachwuchs. "Danach sieht die Küche zwar aus wie Sau, aber es ist eben noch kein Koch vom Himmel gefallen", sagt Schönwälder.