Hochschule für Politik in München Umstellung zum Bachelor-Master-System

Piazolo nennt als Anhaltspunkt Kosten von 200.000 Euro pro Jahr und Professur - "es muss nicht gleich in den Bereich einer halben Million gehen". Eine solche HfP, die haupt- und nicht mehr ehrenamtlich geführt wird, könnte ein attraktiver Partner für die LMU und ihr GSI werden. Den Abgeordneten schwebt ein florierender Austausch von Personal und Inhalten vor. Klar ist bereits, dass die HfP vom bisherigen Diplomstudium auf das Bachelor-Master-System umsteigen wird.

LMU-Präsident Huber war am Sonntag nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Zu den direkt Betroffenen sind die Pläne noch nicht durchgedrungen. "Das GSI war seit Ende Oktober nicht mehr in den laufenden Reformprozess einbezogen", erklärt Institutsdirektor Grande. "Was immer bei der ganzen Geschichte herauskommt: Wir hoffen alle, dass die Einigung nicht zulasten des GSI geht." HfP-Rektor Rupert Stettner sagt: "Uns gegenüber wird besonderes Stillschweigen gewahrt. Nachdem ja im Unterausschuss alle angehört wurden, nimmt der Landtag es nun wohl für sich in Anspruch, die Angelegenheit zu klären."

Die Politiker wollen auch andere bayerische Hochschulen einbinden. Die TU etwa könnte bei wirtschaftswissenschaftlichen Lehrinhalten mit der dann womöglich in "Bavarian School of Public Affairs" umbenannten Einrichtung kooperieren. Diesen Arbeitstitel nennt CSU-Mann Jörg, um den Anspruch der neuen HfP zu umreißen. Sie soll nach seinen Worten im Freistaat "die erste Adresse werden, wenn es darum geht, für das Management in Verbänden, der Verwaltung, in Nichtregierungsorganisationen oder der Wirtschaft praxisbezogene politologische Angebote zu machen".