Hobby Stricken Eine Form der Streetart

Er hat festgestellt: Männer und Frauen stricken unterschiedlich. "Die Frauen reden ununterbrochen, bei den Maleknitting-Treffen schweigen wir mehr, da sehen wir vielleicht alle zehn Minuten mal hoch und reden ein bisschen." Warum man sich trifft, um dann fast nur zu schweigen? "Ich glaube, um Gewissheit zu haben, dass auch andere Männer stricken", sagt er, "und um sich inspirieren zu lassen." Zuletzt hat er gelernt, einen Pullover zu stricken. "Vorher hatte ich immer ein bisschen Angst davor."

Fünf Stricknadeln und zwei Knäuel Wolle: Wer's kann, strickt daraus auf die Schnelle ein Paar Handschuhe.

Selbstverständlich sind die "Knit Nites" natürlich auch die ideale Gelegenheit, Selbst gestricktes zu tragen - und dafür die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen. Schließlich wissen die Anwesenden bestens, welche Mühe ein selbst gestrickter Kurzmantel mit Norwegermuster macht. Kaum einer in der Runde hat nicht mindestens ein selbstgemachtes Stück an, einen Schal, eine Strickjacke mit Zopfmuster, sogar ein gestricktes Brillenband ist dabei. Neid sollen die Stücke aber nicht erwecken.

Vielmehr zeigen sie, dass jeder etwas kann oder weiß, was ein anderer womöglich auch können oder wissen will. Dann fragt man einfach nach. Manuel erklärt, wie man Urban-Knitting-Monster strickt. Stefanie hilft Linn mit einer Anleitung aus einem schwedischen Blog. Rosmary erklärt einer jungen Frau, wie sie den halbmondförmigen Schal gestrickt hat, den sie trägt. Nur eines hört man bestimmt nicht auf die Frage: "Wie geht das?" Die Antwort: "Sag ich nicht."