Hobby Stricken Von der Oma gelernt

Durch gestrickte zieht es durch, deswegen habe ich welche aus Wollwalk genäht, mit Leder an der Innenfläche, damit ich nicht vom Lenker abrutsche. Jetzt stricke ich noch Bündchen dran", sagt sie. Stefanie Ramb ist ein Stammgast bei der Knit-Nite. "Ich bin ganz schlecht darin, nur eine Sache auf einmal zu machen", sagt sie, "deswegen stricke ich immer beim Fernsehen." Die Unterhaltung an so einem Abend kommt ihr gerade recht. Und sie schätzt den Austausch. "Bei einem der letzten Treffen habe ich gelernt, wie man das Norweger-Muster mit zwei Fäden strickt."

Denn bei Stricktreffen wie diesen geben nicht nur Rosmary und Linn Tipps, sondern im Grunde hilft jeder jedem. Trotzdem sind die Veranstalterinnen oft die ersten Ansprechpartner. Und sie bringen viel Strick-Erfahrung mit. Rosmary strickt, seit sie zwölf ist. Sie hat es von ihrer Oma gelernt, die eine kleine Spinnerei hatte. Linn hat vor sechs Jahren angefangen zu häkeln, als sie in einem Laden Topflappen entdeckt hat, die sie nachmachen wollte. "Ich war gerade auf der Documenta und habe mir für die Rückfahrt eine Häkelnadel und Garn gekauft. Darüber bin ich auch zum Stricken gekommen", erzählt sie.

Die Knit-Nite-Organisatorinnen Linn Quante (links) und Rosy Stegmann.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Auch der Videojournalist Manuel Dünfründt, 27, hat vor ein paar Jahren mit dem Stricken angefangen. "Ich wollte wieder etwas mit den Händen machen", sagt er. Sein leuchtend neon-orangenes Wollknäuel fällt auf. "Das ist Plüschwolle", sagt er, "ich mache viel Urban Knitting, eine Form der Streetart, bei der man die Stadt mit Gestricktem verändert. Das wird ein Monster, das ich an einem Baum befestigen will." Dünfründt ist der einzige Mann bei der Stricknacht - und zugleich regelmäßig bei der Männerrunde "Maleknitting" dabei, die sich einmal im Monat trifft.