Gesundheit Ankunftszentrum stoppt Screening für Flüchtlinge

  • Weil derzeit kaum Flüchtlinge nach München kommen, wird das medizinische Kurzscreening vorerst eingestellt.
  • Inzwischen stünden die Ankunftszentren mit Ärzten in Verbindung, sodass die Versorgung wieder von den "Regelstrukturen" vorgenommen werden könne.

Im Münchner Ankunftszentrum für Asylbewerber ist das medizinische Kurzscreening neu ankommender Flüchtlinge auf Erkrankungen und Verletzungen "bis auf weiteres eingestellt worden", wie die Regierung von Oberbayern auf Anfrage bestätigt. Zur Begründung heißt es, die Zugänge seien seit Anfang letzten Jahres stark zurückgegangen, sie seien, wie auch früher, von den "Regelstrukturen der medizinischen Gesundheitsversorgung" zu bewältigen.

Das Kurzscreening sei vom Freistaat als freiwillige Leistung eingeführt worden, als Asylsuchende vom Herbst 2014 an in großer Zahl in Bayern ankamen. In dieser Ausnahmesituation hätten "die Regelstrukturen nicht mehr stets verlässlich funktioniert". Deshalb seien über die gesetzlich vorgeschriebene Gesundheitsuntersuchung hinaus die neu ankommenden Flüchtlinge möglichst schnell auf akut behandlungsbedürftige Erkrankungen oder Verletzungen untersucht worden - durch Inaugenscheinnahme und Temperaturmessung.

Inzwischen sei aber die Behandlung in den Aufnahmeeinrichtungen mit Ärzten verschiedener Fachbereiche in Verbindung mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst etabliert und jederzeit gewährleistet, ebenso wie der Einsatz des Rettungsdienstes und die Versorgung in den Kliniken. Die gesetzlich vorgesehene Gesundheitsuntersuchung erfolge "zeitnah", betonte die Regierung von Oberbayern.

Erst vor kurzem hatte Andrea Betz, Abteilungsleiterin Hilfen für Flüchtlinge, Migration und Integration bei der Inneren Mission München, gefordert, das medizinische Erstscreening im Ankunftszentrum weiterzuführen. Es ermögliche, dass Babys, Schwangere oder Menschen mit ansteckenden Krankheiten gleich medizinisch betreut werden. Betz hatte auf Rosenheim verwiesen. Dort hatte Bayerns Sozialministerin Emilia Müller nach Protesten entschieden, den Sanitätsdienst für Asylbewerber bei der Bundespolizei bis auf weiteres zu erhalten.

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