Gröbenzell stellt Antrag Nur noch zwei Sprengel

Die Gemeinde stellt einen Antrag auf Neuordnung der Einzugsbereiche für die drei Grundschulen. In den kommenden Jahren gibt es laut Bürgermeister Rubenbauer aber genug Kinder, um auch die Rößner-Schule zu erhalten.

Von Andreas Ostermeier

Die Gemeinde hat am Dienstag den Antrag gestellt, die drei bestehenden Schulsprengel auf zwei zu vermindern. Damit entspricht sie der Entscheidung des Gemeinderats. Dessen Beschluss hat einen heftigen Streit in der Gemeinde ausgelöst, weil vor allem Eltern der Schüler der Rößner-Schule befürchten, dass diese bald zumachen muss, wenn sie ihren eigenen Sprengel, also das Einzugsgebiet ihrer Schüler verliert. Künftig soll es nur noch die Ährenfeldschule als eigenständige Schule im Süden Gröbenzells geben, die Rößner-Schule soll eine Dependance werden, also ein zweiter Standort.

In einem Pressegespräch legte Bürgermeister Dieter Rubenbauer (CSU) auch Zahlen vor, die seine Argumentation stützen, dass im Süden Gröbenzells in den kommenden Jahren so viele Kinder im Grundschulalter vorhanden sein werden, dass sowohl die Ährenfeld- als auch die Rößner-Schule erhalten bleiben und keine Schule geschlossen werden muss. Kein Kind, das momentan auf die Rößner-Schule gehe, müsse die Schule wechseln, sagte der Bürgermeister.

Alle Kinder, die nördlich der Bahngleise wohnen, sollen künftig in die Gröbenbachschule gehen.

(Foto: Günther Reger)

Im nächsten Schuljahr, das im September 2013 beginnt, gibt es in Gröbenzell sogar besonders viele Grundschulkinder. Mit 193 Buben und Mädchen rechnet Rubenbauer. 104 Kinder kommen nach derzeitigem Stand in die Ährenfeld- oder Rößner-Schule, 89 in die Gröbenbachschule. Damit gebe es in beiden Sprengeln je vier Eingangsklassen. Im Laufe der nächsten Jahre soll sich laut der vorgelegten Prognosen das Verhältnis so entwickeln, dass im nördlichen Gröbenzell pro Jahrgang zwei bis drei erste Klassen gebildet werden können, im Süden vier bis fünf. Jeweils eine der Eingangsklassen in Süd und Nord soll eine Ganztagsklasse sein.

Rubenbauer konnte allerdings nichts dazu sagen, wie schnell nun der Antrag der Gemeinde bearbeitet wird. Der Bürgermeister verdeutlichte, dass sich viele Eltern für die Einrichtung von Ganztagsklassen interessierten. Diese kommen aber nur dann zustande, wenn auch die Schulen selbst Anträge ans Schulamt stellten. Dies sei bisher noch nicht geschehen, die Rektorinnen haben aber noch bis Mitte März Zeit für einen solchen Antrag.

Rubenbauer und Schulreferentin Anita Rieger (CSU) stellten sich zudem vor die Rektorinnen der Schulen. Deren Belastungen seien momentan enorm, denn den Frauen würden "persönliche Verletzungen" zugefügt. So musste sich am Dienstag Karin Meier, die Rektorin der Gröbenbachschule, im Schulamt für einen Elternbrief rechtfertigen, in dem sie von einer Unterzeichnung des Bürgerbegehrens abgeraten hatte. Rubenbauer vermochte in dem Schreiben der Rektorin keine Verletzung von deren dienstlicher Neutralität erkennen. Er kann sich darin durch das Kultusministerium bestätigt sehen. Dieses wertete das Schreiben Meiers laut eines Sprechers als "vertretbar". Eine Schulleiterin könne darauf hinweisen, welche Nachteile es hat, wenn man bei einer Unterschriftenaktion mitmache, hieß es aus dem Ministerium. Auch Rieger beklagte, dass im Schulstreit inzwischen die "Grenze des Vertretbaren erreicht" sei.

Dritter Bürgermeister Michael Leonbacher (Freie Wähler), warb beim Pressegespräch vor allem um Sachlichkeit. Er stelle eine "große Unruhe" in der Bevölkerung fest. Deshalb müssten Argumente in die Diskussion eingebracht werden. Wie Rubenbauer und Rieger bemühte sich auch Leonbacher um eine Beruhigung: Die Dependance-Lösung bedeute nur, dass die Rößner-Schule ihr Rektorat verliere. Alles andere bleibe unverändert.