Banken Sparkasse hält an Fusion fest

Mehr als Handwerkerarbeiten an der prägnanten Kachelfassade stehen bei der Sparkasse an, die nach der passenden Struktur für die Zukunft sucht.

(Foto: Johannes Simon)

Bankchef Klaus Knörr berichtet dem Kreistag über die Verhandlungen mit Partnern in Dachau und Landsberg und versichert,dass die Politiker das letzte Wort haben werden. Sollten die Gespräche scheitern, gibt es Alternativen

Von Gerhard Eisenkolb, Fürstenfeldbruck

Sollten die Fusionsverhandlungen der Sparkasse Fürstenfeldbruck mit den Sparkassen in Dachau und Landsberg am Lech scheitern, dann hätte die Sparkasse andere Alternativen. Darauf hat Landrat Thomas Karmasin (CSU) in der Kreistagssitzung vor dem Beginn der Osterferien hingewiesen. "Wir erwägen auch andere Optionen", sagte der Landrat, ohne die weiteren möglichen Partner zu nennen. Nur seien diese Gespräche nicht so vertieft wie mit Dachau und Landsberg am Lech. Klaus Knörr, der Brucker Sparkassenchef, stand in der Sitzung erstmals seit dem Bekanntwerden der Fusionsverhandlungen im Herbst dem Kreistag Rede und Antwort.

Um keine Geschäftsgeheimnisse preiszugeben, wollte sich der Vorstandssprecher nicht zum Inhalt der ergebnisoffen geführten Gespräche äußern, dafür ging er auf die Beweggründe und den Zwiespalt ein, in dem sich die Brucker Regionalbank befindet. Die Kernfrage nach der optimalen Betriebsgröße eines auf dem Gebiet mehrerer Landkreise tätigen öffentlichrechtlichen Geldinstituts beantwortete der Banker fast so sibyllinisch wie das Orakel von Delphi. "So groß werden wie möglich, so klein bleiben wie möglich", lautete dessen Antwort. Dass das so ist, hat mit dem Geschäftsmodell zu tun, das Knörr folgendermaßen beschrieb: "Je näher wir am Kunden bleiben, umso erfolgreicher werden wir sein." Zu den Beweggründen meinte der Vorstandsvorsitzende, seine Bank wolle sich die Chance offen halten, in der Region München die dritte Kraft zu bleiben, neben der Kreissparkasse München Starnberg und der Stadtsparkasse München. Mit diesen großen Akteuren wollte die Brucker Bank nicht verschmelzen.

Das Angebot, mit der früheren Kreissparkasse München in einer Ringsparkasse aufzugehen, hatte Brucker dankend abgelehnt. Käme es zur Fusion mit den derzeitigen Favoriten, wäre die daraus hervorgehende Amper-Lech-Sparkasse mit einer Bilanzsumme von etwa 8,5 Milliarden Euro die viertgrößte Sparkasse in Bayern. Laut Knörr wird die Frage nach der zukunftssicheren Größe und möglichen Partnern, im Vorstand und den Gremien der Brucker Bank seit zehn Jahren diskutiert. Dabei geht es darum, ob die Erfüllung der Aufgaben in der jetzigen Struktur oder in einer neuen besser zu gewährleisten ist. Eine veränderte wirtschaftliche Situation aufgrund der Digitalisierung des Bankenwesens, der Regulierung des Bankenbereichs, der allgemeinen Niedrigzinsphase und des zunehmenden Kostendrucks hinterließ Spuren. So werden Mitte dieses Jahres sechs Geschäftsstellen geschlossen und auf Selbstbedienung umgestellt. Langfristig soll die Zahl der Mitarbeiter um 50 sinken, ohne dass es jedoch zu betriebsbedingten Kündigungen kommt.

Der Bericht des Sparkassenchefs im Kreistag geht auf einen Antrag von Martin Runge (Grüne) zurück. Dieser hatte gefordert, dass der Vorstandsvorsitzende dem Kreistag über Gründe und Hintergründe der Fusionsbemühungen berichtet. Die Vor- und Nachteile eines Zusammenschlusses deutete Knörr nur an. Runge verband seinen Vorstoß mit der Forderung, dass es einen Zusammenschluss nur mit der Zustimmung des Kreistags und des Stadtrats geben dürfe. Schließlich sind Stadt und Landkreis die Träger. In diesem Punkt entsprach Knörr der Forderung. In der Frage der Auflösung des Zweckverbands und einer Fusion habe der Kreistag mit dem Brucker Stadtrat das letzte Wort, beteuerte Knörr. Das heißt, dass der Zweckverband der Brucker Sparkasse nicht die künftigen Partner aufnehmen wird, sonder es entweder zur Gründung eines neuen Zweckverbands kommt oder eine andere Sparkasse Fürstenfeldbruck aufnehmen wird. Laut Landrat Karmasin gibt es einen "simplen Grund", weshalb die Brucker Bank nicht die möglichen Partner schlucken wird. Nur wollte er dieses Hintergrundwissen nicht öffentlich breittreten.

Knörr sagte den Kreisräten zu, noch vor der Sommerpause dem Kreistag und Stadtrat über konkrete Verhandlungsergebnisse zu berichten, und erntete dafür ebenso wie für den Vortrag Applaus. Dazu passte, dass Kreistagsmitglieder wiederholt darauf hinweisen, dass die Sparkasse für den Landkreis wichtig sei und man zu ihr stehe. Dazu passte der Appell von Klaus Wollenberg, sich doch zur Sparkasse zu bekennen und nicht "konfrontativ" gegen Bank oder Fusionsabsicht vorzugehen.