Festival in Moosburg Das Red Corner kommt wieder

2013 war das letzte Jahr, in dem das "Red Corner" in alter Pracht stattgefunden hat. Jetzt gibt es zumindest ein Gastspiel beim Sommerfestival.

(Foto: Katharina Jaksch)

Nach drei Jahren Zwangspause wegen Platzmangels gibt es das einst so beliebte Open Air jetzt mitten in der Stadt: als eintägiges Festival.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Es war eine wunderbare Erfolgsgeschichte. Von ein paar jungen Musikern im Jahr 2003 als kleines, eintägiges Event auf dem roten, namensgebenden Sand eines stillgelegten Tennisplatzes aus der Taufe gehoben, entwickelte sich das "Red Corner" in Moosburg zu einer festen Größe der regionalen Festivalszene. Das Programm des Red-Corner-Festivals (RCF) füllte später ein ganzes Wochenende und lockte zu seinen Hochzeiten 2500 bis 3000 Besucher pro Tag an. Doch dann stand plötzlich kein Veranstaltungsgelände mehr zur Verfügung. Das RCF legte 2014 erstmals eine Zwangspause ein, die mangels Grundstück um zwei weiter Jahre verlängert werden musste. Heuer feiert das Red Corner unverhofft sein Comeback auf der großen Bühne - als Bestandteil des "Sommerfestivals" auf dem Plan.

Stadtjugendpfleger Robert Achhammer, der das RCF Jahre lang mit seinem Helferteam organisiert hat, freut sich, "dass wir die Möglichkeit bekommen, das Red Corner auf diese Art wiederzubeleben". Das Bemerkenswerte ist, "dass wir uns das gar nicht selber ausgedacht haben", so Achhammer. Vielmehr war es der Verein "Kultur Moosburg", der das Open-Air-Sommerfestival an drei Wochenenden im Juli und August organisiert.

"Wenn ich vor zehn Jahren jemanden gefragt hätte, ob ich das Red Corner am Plan veranstalten darf, hätten mir alle einen Vogel gezeigt"

Neben Kleinkunst und Kino ist ein Wochenende auch für Musik-Veranstaltungen vorgesehen. Und so "ist der Kulturverein an uns herangetreten und hat gemeint, er will auch was für die Jugend machen", berichtet Achhammer. So wurde die Idee geboren, am 28. oder 29. Juli eine "Red Corner Night" auf dem Plan zu organisieren.

"Wenn die Erwachsenen die Jugend bei einer solchen Veranstaltung, die in der Stadt auch die nötige Rückendeckung genießt, mit ins Boot holen, fühlt man sich schon ein bisschen geehrt und gebauchpinselt", sagt der Stadtjugendpfleger: "Wenn ich vor zehn Jahren jemanden gefragt hätte, ob ich das Red Corner am Plan veranstalten darf, hätten mir alle einen Vogel gezeigt". Heute ist das RCF - wenn auch in einem abgespeckten, eintägigen Format - vollwertiger Bestandteil eines großen, generationen- und genreübergreifenden Kulturevents. Als Veranstalter tritt der Kulturverein auf, "die machen auch die Verträge", erklärt Achhammer. Aber die Stadtjugendpflege bringt sich in bewährter Manier in die Organisation ein.

Bis Mitte Februar werden die Namen der Bands bekannt gegeben

Derzeit wird das Programm festgezurrt, bis Mitte Februar sollen die Verträge mit den Bands in trockenen Tüchern sein und deren Namen dann auch publik gemacht werden. Auch junge Bands sollen die Möglichkeit bekommen, auf dem Plan, der laut Planung bis zu 1000 Stehplätze bieten könnte, vor einem größeren Publikum aufzutreten. "Das ist für jeden Musiker natürlich schöner, als irgendwo vor 100 Leuten zu spielen", sagt Achhammer, der Moosburgs Jugendliche in guter alter Red-Corner-Tradition zudem wieder als Helfer ins Organisationsteam einbinden möchte: "Dann hat man auch einen gewissen Lerneffekt bei der ganzen Sache".

Details der Organisation müssen noch mit dem Kulturverein abgestimmt werden, auch mit dem Jugendamt des Kreises steht man in Kontakt. Geplant ist, dass Jugendliche ab 14 Jahre auch ohne Begleitung Zutritt haben und bis zum Ende - voraussichtlich gegen Mitternacht - bleiben dürfen. "Und wie beim Red Corner wird es keinen harten Alkohol geben", so Achhammer. Er hofft, "dass das für die Jugendlichen wieder ein Highlight wird".

Die Zukunft des RCF in seiner bisherigen Form bleibt dagegen ungewiss. Obwohl Bürgermeisterin Anita Meinelt und Jugendreferent Johannes Becher "sich sehr für uns eingesetzt haben, ist einfach kein geeignetes Grundstück vorhanden", bedauert der Stadtjugendpfleger. Aber womöglich findet die Red-Corner-Gemeinde beim Sommerfestival, das künftig alle zwei bis drei Jahre stattfinden soll, eine feste Heimat. "Jetzt machen wir das heuer erst mal", sagt Achhammer: "Aber wenn wir dann wieder gefragt werden, wären wir blöd, wenn wir nicht mitmachen würden."