Bayerns größter Freizeitpark Ein neuer Vergnügungspark

Nördlich von München soll der "Bavaria Park" entstehen - die Entwickler hoffen auf jährlich zwei Millionen Besucher.

Von Birgit Grundner

Noch gilt es als gut gehütetes Geheimnis, doch Gerüchte machen zunehmend die Runde: Direkt an der Flughafen-Autobahn A92, am Rande der Gemeinde Neufahrn, soll eine Freizeiteinrichtung entstehen, wie es sie in Bayern bislang nicht gibt.

Münchner Projektentwickler planen in der Nähe der Autobahn-Ausfahrt Freising-Süd einen 18 Hektar großen Freizeit- und Kulturpark rund um das Thema Bayern, wie die Süddeutsche Zeitung aus dem Umfeld des Projekts erfuhr. Der "Bavaria-Park", so lautet der Arbeitstitel, soll über zwei Millionen Besucher pro Jahr anlocken - und hätte damit, wenn es klappt, deutlich mehr Gäste als das Legoland bei Günzburg, der bislang größte Freizeitpark in Bayern.

Zum geplanten "Bavaria Park" gehören moderne und historische Fahrgeschäfte bis hin zur "Monzabahn" mit Oldtimer-Rennwagen, Musik- und Theaterbühnen, bayerische Gaststätten und zwei Hotels, Themenhäuser und Blumengärten, eine Schmankerlgasse und Einzelhandel für ausschließlich bayerische Produkte, ein Wellness-Bereich und ein Schlittenberg, eine Bavaria-Lernwelt sowie Kinder-, Spiele- , Kultur- und Nostalgieviertel.

Die Verhandlungen zwischen den "Bavaria-Park"-Projektentwicklern, den Grundstücksbesitzern und der Gemeinde laufen seit drei Jahren. Jetzt ist alles so konkret, dass das Vorhaben der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Offizielle Stellungnahmen sind vorab im Neufahrner Rathaus nicht zu bekommen. Doch wenn alles nach Plan läuft, findet noch im Juni eine Informationsveranstaltung für die Bürger statt, in der das Vorhaben ausführlich präsentiert wird. Dabei wird es nicht nur um die Freizeitangebote, sondern auch um "Begleiterscheinungen" wie zum Beispiel den Verkehr gehen. Vor allem die Bewohner des nahegelegenen Dorfs Mintraching fürchten Probleme.

Im "Bavaria-Park" sind 2400 Auto- und über 80 Bus-Parkplätze vorgesehen. Bahnreisende sollen mit Shuttle-Bussen zum Park gebracht werden - zumindest solange es keine S-Bahn-Haltestelle gibt. Um eine solche Haltestelle an der künftigen "Neufahrner Kurve" bemüht sich die Gemeinde seit Jahren und hofft nun auf eine schnellere Realisierung. Der Park soll täglich geöffnet sein - zu jeder Jahreszeit, schließlich wäre der Betrieb dank einer "schützenden Hülle" wetterunabhängig. Der Eintritt ist nach bisherigen Planungen frei, allerdings müssten die Besucher für die verschiedenen Attraktionen bezahlen.

Realisiert würde das 300 Millionen-Euro-Projekt wohl über ein Investoren- und Betreibermodell, etwa mit Immobilienfinanziers oder geschlossenem Fonds, wie es heißt. Die Gemeinde Neufahrn wäre daran nicht beteiligt, erhofft sich aber mittelfristig deutlich höhere Gewerbesteuereinnahmen.

Insgesamt sollen im "Bavaria Park" 500 dauerhafte Stellen und 500 Saison-Jobs entstehen.