Trotz kühler Temperaturen war das erste Wiesn-Wochenende ein voller Erfolg. Etwa 900.000 Besucher vergnügten sich in den Straßen und Zelten.
Ob der Mann überhaupt wusste, was die Wiesn ist, bleibt vorerst ungeklärt. Sicher ist nur, dass beinahe etwas Unerhörtes geschehen wäre: Der Oberbürgermeister der Stadt München hätte womöglich zu Fuß zum Anstich kommen müssen - also fast wie in jenen fernen Zeiten, als das Stadtoberhaupt ein besserer Zaungast des Geschehens war. Und das kam so.
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Ein Prosit der Gemütlichkeit! Das erste Wiesn-Wochenende war ein voller Erfolg. (© Foto: ddp)
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Der türkische Fahrer eines Sattelzuges rammte nahe der Autobahnraststätte Holzkirchen einen Pkw mit Anhänger und quetsche beide an die Leitplanke, ohne zu ahnen, welche Fracht da in Gefahr geriet. Ein bayerisches Warmblut und ein Hannoveraner, genau jene Pferde, welche wenige Stunden später die Kutsche des Oberbürgermeisters zur Wiesn ziehen sollten. Aber sie kamen mit dem Schrecken davon und taten beim Einzug dann brav ihre Pflicht.
Und so kommt es, dass Oberbürgermeister Christian Ude am Samstag doch pünktlich und standesgemäß im Schottenhamelzelt eintrifft. Viele der Gäste sind schon seit sieben Uhr morgens auf der Wiesn, sie haben in der Kälte gewartet, nur um einen Platz in dem begehrten Zelt zu ergattern. Und dann ist es so weit.
Im Zelt läuft der Countdown. Das Münchner Kindl, ein hübsches Mädchen, wird auf das rechte der beiden 200 Liter-Fässer gehoben und lächelt süß in die Menge - ein sicheres Zeichen dafür, dass es nur noch wenige Sekunden sind bis zum Anzapfen. "Fünf, vier, drei, zwei, eins" , schreit die Menge.
Oberbürgermeister Christian Ude - der beteuert hat, dass ihm, dank seiner vielen Schwimmrunden auf Mykonos, die Lederhose noch immer bestens passe - holt weit aus und braucht nur zwei satte Schläge, bis er verkünden kann: "Ozapft is". Der Jubel ist riesig - auch in der "Bräurosl". Dort hat Hacker-Pschorr-Chef Andreas Steinfatt das Anzapfen übernommen. Er aber braucht nur einen einzigen Schlag, bis das Bier strömt, und darf sich fortan als ungekrönter Anzapf-König 2008 verstehen.
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FKK-Slackliner Alexander Schulz
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Man möcht sie schön und vergnüglich finden, aber sie ist ein Reibach für die wirtschaftlich daran Beteiligten. Der Münchner Tatort zu diesem Thema war sehenswert. Die Leute werden geschröpft und lassen es gern mit sich machen.
Drogenprävention beginnt nach der Wies´n und endet mit dem nächstjährigen Anstich. Dazwischen "wächst die Leber mit Ihren Aufgaben" und das Hirn baut ab (Mannsbild Günther B.).
Ein Vorschlag: Die Stadt schröpft zur Abwechslung mal die Wirte und finanziert davon die Subventionierung von Kinderkrippen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen und öffentlichen Dienstleitungen, erläßt nicht erhöhbare Festpreise bei den Schaustellern (Familienfreundlichkeit).
Man erwartet so 7 Mio Maß Bier, also ca. 1,05 Mio Schwarzeinnahmen durch Ausschank von durchschnittlich 0,85 Liter Bier.
Da könnte auch die Staatsanwaltschaft von großangelegtem Wirtschaftsbetrug sprechen.
Die Wies´n könt schön sein, ist sie aber nicht.
Aber so wird´s wieder eine Wies´n der Zugedröhnten und der sich die Hände Reibenden und natürlich der IQ-Flatliner (Hippodrom). Schön angezapf, OB. Vielleicht demnächst mal mit keinem Schlag, aber das widerspräche seiner rekordverdächtigen Eitelkeit.