Sport Frischer Wind beim ESV

Moosburg geht mit einem jungen, lauffreudigen Team in neue Saison

Es war denkbar knapp. Nur wegen des schlechteren Torverhältnisses verpassten die Eishockeyspieler des EV Moosburg in der Vorsaison den achten Platz in der Bayernliga-Hauptrunde. Sie mussten in die Abstiegsspiele, in denen sie allerdings souverän die Klasse sicherten. Wenn das Team von Dimitri Startschew mit den Spielen an diesem Freitag, um 20 Uhr, bei den EHF Passau und am Sonntag, 17.15 Uhr, daheim gegen den HC Landsberg in die neue Saison startet, dann ist das oberste Ziel erneut Platz acht.

Dieser berechtigt zur Teilnahme an der Verzahnungsrunde mit der Oberliga, in der die Playoff-Plätze ausgespielt werden. Wer es dorthin schafft, ist auf der sicheren Seite. Sich erneut auf die Abstiegsrunde einzulassen, hält man für keine gute Idee. Die letzten sechs Teams der Bayernliga-Hauptrunde treffen dort in zwei Gruppen auf die jeweils fünf besten Teams der beiden Landesliga-Staffeln. Und das "kann richtig ungemütlich werden", sagt EVM-Pressesprecher Bastian Amann nicht erst seit dem letzten Testspiel. Dieses verloren die Moosburger mit 3:7 gegen den TSV Trostberg - ein Team aus der Landesliga. In dieser Klasse spielen außer dem EHC Klostersee, der als Topfavorit auf den Aufstieg gilt, "viele andere, sehr kompakte Mannschaften", weiß Amann.

In Moosburg ist man zuversichtlich, den Sprung in die Top acht der sehr ausgeglichenen Bayernliga diesmal zu schaffen - obwohl es der Mannschaft durch den Weggang einiger etablierter Kräfte im Vergleich zur Vorsaison ein wenig an Erfahrung mangelt. Durch den Verlust von Leuten wie Rudi Lorenz oder Christian Birk "geht natürlich ein bisschen Routine verloren", sagt der Pressesprecher. Andererseits spiele man durch die Verjüngung des Teams nun "mit frischem Wind und mehr Tempo". Und das war von den Verantwortlichen durchaus so gewollt. In der Vorsaison hatten sie teilweise eine gewisse Lethargie in der Mannschaft ausgemacht, die nach großen Siegen gegen starke Gegner dann vor allem in Duellen mit vermeintlich leichteren Teams die nötigen Punkte liegen ließen, die am Ende für Platz acht fehlten. "Jetzt spielen wir ein ganz anderes Hockey, der Stil ist deutlich lauffreudiger als letztes Jahr", sagt Amann.

Das liegt nicht zuletzt an den vielen jungen Spielern, die ins Team drängen oder sich dort bereits etabliert haben. Spieler wie die Eigengewächse Alexander Asen und Stefan Loidl, die sich "mit viel Einsatz und Kampf", so der Pressesprecher, ins Team gespielt haben. Oder der Tscheche Josef Kankovsky, der ebenfalls aus der eigenen Jugend stammt und einen der beiden Ausländerplätze bekleidet. Zur jungen Garde zählen auch Backup-Goalie Johannes Probst, der von der U 23 des Lokalrivalen EV Aich kam, Julian Fink (nach einem Jahr in Kanada wieder zurück), Jakob Killermann vom DNL-Team des EV Landshut oder Oliver Wawrotzki, der zuletzt für den heutigen Gegner Passau auf Torejagd ging. Letzterer gehört zu rund einem Dutzend Spieler, die wie der Coach aus Dingolfing stammen und dort das Eishockeyspielen lernten.

Beim EVM sollen all die jungen Spieler, die teilweise in anderen Vereinen nicht so zum Zug kamen, in der Bayernliga Verantwortung übernehmen. Das gehört zum Konzept des Klubs, der angesichts der überschaubaren Zuschauerzahlen nicht mit Geld um sich werfen kann. "Bei uns gibt es die Schläger, ein bisschen was fürs Benzin - und wer Geld verdienen will, muss woanders hingehen", sagt Amann. Den einen oder anderen Kracher leistet man sich freilich. So ist der Tscheche David Michel "eine richtige Granate auf der Ausländerposition", sagt Amann. Ein Topmann ist auch Goalie Thomas Hingel, der nach eineinhalb Jahren beim Oberligisten Waldkraiburg nach Moosburg zurückgekehrt ist.