München/Erding:"Aufgemuckt" ruft zur Demonstration auf

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Unmittelbar vor dem G-7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Elmau plant ein breites Bündnis eine Gegendemonstration in München. Die Veranstalter haben ihre Versammlung bereits beim Kreisverwaltungsreferat angemeldet und rechnen mit 10 000 Teilnehmern, die am 4. Juni von 14 Uhr an zunächst am Stachus demonstrieren und dann durch die Münchner Altstadt zum Odeonsplatz ziehen wollen. Für alle Interessenten aus Erding und Umgebung empfehlen die Veranstalter, die S-Bahn um 12.58 in Erding zu nehmen, um geschlossen nach München fahren zu können.

Zu der Demonstration am 4. Juni rufen das Aktionsbündnis "Aufgemuckt", die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Bund Naturschutz in Bayern, die bayerischen Grünen und die Grüne Jugend, Campact, die Linke, die Naturfreunde Deutschlands, die ÖDP und Oxfam auf.

Die Münchner Demo soll auch Menschen die Gelegenheit bieten, ihren Protest gegen die Politik der G7 auszudrücken, die nur an diesem Feiertag die Möglichkeit dazu haben. Damit soll eine möglichst große Bürgerbewegung in einer bunten und friedlichen Demonstration auf die Straße getragen werden. Inhaltlich sollen drei Forderungen erhoben werden, die beim Gipfel der Staatschefs keine Rolle spielen werden: "Klima retten, TTIP stoppen, Armut bekämpfen".

Gemeinsam mit dem Bund Naturschutz und den Naturfreunden stellt "Aufgemuckt" fest, dass der Bau einer geplanten Startbahn das Klima massiv schädigen würde. Bereits jetzt trage der Münchner Flughafen mit zehn Prozent der Emissionen ganz Bayerns zum Treibhauseffekt bei. Der Flugverkehr sei die bei weitem schädlichste Art der Fortbewegung und mache kleine Fortschritte in anderen Bereichen zunichte. Auf elf Milliarden Euro wird der Anteil der entgangenen Steuern beziffert, da Kerosin bei gewerblichen Flügen nicht besteuert wird und keine Mehrwertsteuer auf Auslandsflüge anfällt.

Während die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf ein Klimabündnis als Erfolg preise, halte die Staatsregierung an dem "größenwahnsinnigen Vorhaben" fest, im Erdinger Moos eine Startbahn zu planen, deren gesamter Flächenbedarf die Größe des Tegernsees umfassen würde, kritisiert "Aufgemuckt". Dabei, so das Aktionsbündnis, bestehe auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht die geringste Notwendigkeit, da die Zahl der Flüge seit 2008 konstant zurückgehe und derzeit unter dem Stand von 2004 liege. "Aufgemuckt" fordert deshalb den Verzicht auf eine Startbahn, "welche die Menschen nicht wollen und die Umwelt und Klima zerstört".

© SZ vom 29.05.2015 / sz - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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