Ehrung Gold für Knoll

Archivar der KZ-Gedenkstätte erhält Medaille "München leuchtet"

Albert Knoll, der Archivar der KZ-Gedenkstätte Dachau, erhält "in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Erinnerungsarbeit im Bereich der schwul-lesbischen Geschichte" am heutigen Dienstag die Medaille "München leuchtet". Knoll ist seit 1997 als Archivar der KZ-Gedenkstätte tätig, zudem ist er Vorsitzender des "Forums Homosexualität München", das die Geschichte und Kultur der Schwulen und Lesben erforscht. Zudem ist Knoll Herausgeber des Buches "Der Rosa-Winkel-Gedenkstein. Die Erinnerung an die Homosexuellen im KZ Dachau". Darin hat er in akribischer Recherche die Namen von 292 Häftlingen des Konzentrationslagers zusammengetragen, die wegen des Vorwurfs, homosexuelle Handlungen begangen zu haben, verfolgt und inhaftiert wurden und zu Tode kamen. Knoll hat in München Geschichte und Literaturwissenschaften studiert und arbeitete zunächst im historischen Archiv des Bayerischen Rundfunks, wo er unter anderem mithalf, eine elektronische Datenbank aufzubauen. Während eines Praktikums beim Bayerischen Fernsehen absolvierte er nebenher die Ausbildung zum Archivar. Zudem bot er damals für die Volkshochschule Fahrradtouren zu historischen Stätten des Nationalsozialismus in München an. Kontakte nach Dachau hatte Knoll bereits in den frühen Neunzigerjahren geknüpft: Er referierte bei den alljährlichen internationalen Jugendbegegnungswochen. Knoll hat wesentlich dazu beigetragen, die Opfergruppe der Homosexuellen, über die auch nach 1945 über Jahrzehnte hinweg eisern geschwiegen wurde, dem Vergessen zu entreißen.