Theater Andorra in Wasserburg

Spielzeit beginnt mit einem Drama von Max Frisch

Mit "Andorra" von Max Frisch wird am Freitag, 7. Oktober, die neue Spielzeit am Theater Wasserburg eröffnet. Wichtig für das "Modell", wie Max Frisch sein Stück nannte, scheint die latente Bedrohung durch einen faschistoiden Nachbarstaat, regiert von einer mörderischen antisemitischen Diktatur. Die Angst vor Überfall und Okkupation durch diese "Schwarzen" kompensieren die Bewohner des Kleinstaates, die "Weißen", durch übertriebene Zurschaustellung ihrer Freiheits- und Friedensliebe, ihres Eintretens für Minderheiten. Sie haben ihren "Lehrer" als Helden gefeiert, der einst ein Judenbaby aus den Klauen der "Schwarzen" rettete. Dieser ist aber kein knuffiges Baby mehr, sondern ein junger Mann, der seinen Platz in der Gesellschaft sucht. Hier entfaltet das Drama seine tödliche Dynamik, denn hinter der zelebrierten Toleranz der "Weißen" lodern Vorurteile, Angst vor Minderheiten und Fremdenhass.

"Andorra-Phänomen" ist der psychologische Terminus für eine sich selbst erfüllende Vorhersage: Eine Person verhält sich mit der Zeit genauso, wie man es ihr voraussagt. Unter der Regie von Jörg Herwegh spielen Constanze Baruschke, Susan Hecker, Daniel Holzberg, Ann-Sophie Ludwig, Gernot Ostermann und Yannick Zürcher. Bei der Premiere, Beginn 20 Uhr, werden die Preisträger der Wasserburger Theatertage ausgezeichnet: Bernd Berleb, Dinkelsbühl, Heiko Dietz, München, und Hilmar Henjes, Wasserburg. Spieltermine sind: 8., 13., 14. und 15. Oktober, 2. und 3. Dezember, 9., 10. und 11. März. Karten online: www.theaterwasserburg.de. Die Abendkasse öffnet um 19 Uhr.