In den Lokalen sinkt der Umsatz, davor wächst der Ärger: Wirte und Anwohner leiden unter den Folgen.
EbersbergVielleicht ein schicker Wintergarten mit Lamellenfenstern wie im Spielcasino von Bad Wiessee? Oder doch nur ein einfacher Pavillon mit geöffneten Zeltwänden? So manchem Wirt im Landkreis raucht der Kopf, wie er Gästen mit Glimmstängel das Leben wieder leichter machen kann. Seit einem Jahr verdirbt das Rauchverbot den Gaststättenbetreibern zwischen Pliening und Emmering das Geschäft. Das belegt der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband jetzt auch in einer Studie, die besagt: Seit Einführung des absoluten Rauchverbotes blieben 30 Prozent der Gäste weg, zwei Drittel verweilten kürzer und Stammgäste kämen seltener. Das habe Umsatzeinbußen von durchschnittlich 28 Prozent zur Folge.
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Zahlen, die Kreiswirtechef Franz Schwaiger aus Glonn für den Landkreis bestätigt. "Unsere Befürchtungen haben sich bewahrheitet", sagt Schwaiger, der ein Hotel mit Café und Bistro betreibt. "Die Leute gehen zum Rauchen raus und dann oft gleich nach Hause." Das treffe nicht nur kleine Bierkneipen wie Ende vergangenen Jahres etwa das "Baria" in Zorneding, dessen Wirtin Tanja Zährl mit dem Zigarettenverbot ihre Wirtschaft ganz zusperren musste. Auch die "Erste Etage" in Ebersberg musste schließen. Ärger mit Anwohnern, weil die Gäste vor der Tür geraucht haben, soll mit ein Grund gewesen sein.
Probleme, die auch Hotelier Schwaiger kennt: Erst in der vergangenen Woche hatte er eine Veranstaltung mit internationalen Gästen im Haus. Als diese kurz nach Mitternacht noch auf eine Zigarette nach draußen gingen und dort ihre Gespräche fortsetzten, seien gleich Beschwerden von Nachbarn gekommen. Für deren Ruhebedürfnis hat Schwaiger zwar Verständnis. "Aber es ist schon schwierig, das zu lösen."
Bei den Behörden ist man mit der Umsetzung des Rauchverbotes unterdessen zufrieden. Im ersten Jahr der Regelung habe es nur sechs Bußgeldverfahren gegeben, sagt Landratsamtssprecherin Evelyn Schwaiger. Zwischen 120 und 350 Euro hätten die betroffenen Wirte bezahlen müssen, weil in ihren Gaststätten trotz Verbot gequalmt worden war. Eine eigene Raucherpatrouille gibt es aber weder im Landratsamt noch bei der Polizei. Die Verstöße würden eher bei Routinekontrollen wegen Lärmbeschwerden oder Jugendschutz "nebenbei" aufgedeckt, erläutert Schwaiger.
Oder durch Anschwärzen, etwa von der Konkurrenz, wie Helmut Hintereder von der Polizeiinspektion in Poing weiß. Eigene Raucherstreifen schickt Hintereder aber nicht los. Wer sich beschwere, werde zunächst ans Landratsamt in Ebersberg weitergeleitet. "Das ist die ermittlungsführende Dienststelle", sagt der Poinger Polizeichef. Seine Beamten könnten aus Personalnot diese Aufgabe nicht übernehmen.
Das schmälert den Frust vieler Wirte wenig. Sie ärgern sich besonders über die schnell geänderte Regelung. Gerade rund eineinhalb Jahre vor Einführung der strengen Regelung hätten viele in eigene Raucherzimmer investiert - umsonst, wie Schwaiger feststellt. Robert Dithani, der im vergangenen Oktober die "Glonntaler Stuben" gepachtet hat, nachdem diese wohl auch wegen des Rauchverbotes ein halbes Jahr leer gestanden hatte, fordert nun kreatives Unternehmertum.
Wie eben in Bad Wiessee mit dem Wintergarten oder dem Pavillon bei einem Kollegen in Trudering. Dithani schwebt ein Mittelding vor - eine Art massiver Vorbau mit offenen Wänden und Heizstrahlern. Eine Investition, die sich jedoch nur für Eigentümer lohnt und nicht für Pächter.
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(SZ vom 11.08.2011)
Endgültiger DFB-Kader für EM
Was hat der wirtschaftliche Erfolg von Wirten mit dem Gesundheitsschutz zu tun?
Es geht beim Nichtraucherschutzgesetz nicht um die Umsatzsteigerung bei Kneipen, sondern dass die Nichtrauchende Bevoelkerungsmehrheit nicht durch die ruecksichtslose Minderheit von ignoranten Rauchern geschaedigt wird.
Ich bin echt darueber schockiert und enttaeuscht, dass sich die Süddeutsche Zeitung traut, einen solchen Artikel zu veröffentlichen.
Dass in Wirklichkeit die Umsatzzahlen in der Gastronomie in Bayern seit dem Rauchverbot insgesamt gestiegen sind, wird natuerlich voellig unterschlagen. Aber wie oben geschrieben, darum geht es beim Nichtraucherschutz sowieso nicht.
"....Leute auch weniger weg gehen und die Kneipe auch schon vor dem 01.08.2011 nicht gut..."
Das sollte natürlich vor dem 01.08.2010 heißen!
"" Das treffe nicht nur kleine Bierkneipen wie Ende vergangenen Jahres etwa das "Baria" in Zorneding, dessen Wirtin Tanja Zährl mit dem Zigarettenverbot ihre Wirtschaft ganz zusperren musste. "
Am 01.08.2010 ist das Nichtraucherschutzgesetz in Kraft getreten und kurze Zeit später mußte die Kneipe angeblich deswegen schließen. Daß aber aufgrund der Rezession die Leute auch weniger weg gehen und die Kneipe auch schon vor dem 01.08.2011 nicht gut besucht war und nicht sehr einladend war, wird in dem Artikel aber nicht erwähnt. Wenn die Kneipe schließen mußte, dann mit Sicherheit nicht wegen dem Nichtraucherschutzgesetz, sondern weil die Inhaberin nicht fähig war, ihre Kneipe der aktuellen Gestzeslage auszurichten! Wenn man nur auf das Klientel der Raucher setzt und die Nichtraucher quasi "aussperrt", braucht sich kein Gastronom wundern wenn die Gäste ausbleiben!
Es sollte wohl jedem Kind einleuchten, dass eine wirtschafts-bezogene Umfrage unter Betroffenen, die noch dazu von einem Raucherverein durchgeführt wird (BFT hat die Befragungen selbst durchgeführt) einen Aussagewert im minus Bereich hat... Vielleicht druckt die Süddeutsche als nächstes einen Artikel über eine Umfrage, die den "Teuro" "beweist"?
http://de.wikipedia.org/wiki/Teuro#Gr.C3.BCnde_f.C3.BCr_die_Wahrnehmung_einer_h.C3.B6heren_Teuerung
Echt he .... ;-) So dumm sind die Leute zum Glück auch wieder nicht.
ein Artikel geschrieben wurde. Wahrscheinlich ganz schön dicke Luft in der Redaktion :-)
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