Klimaschutz in Ebersberg Nachsitzen bei der Energiewende

Veranstaltungen, wie den Thementag Energiewende im Grafinger Gymnasium, könnte künftig ein Klimaschutzmanager an allen Schulen veranstalten.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Der Kreisausschuss verschiebt den Beschluss über Klimaschutzmanager für Schulen, die Schüler informieren würden. Grund sind die unklare Kostenübernahme.

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Eine ordentliche Portion Hausaufgaben hat es am Montag im Kreis- und Strategieausschuss für das Landratsamt, die Bürgermeister und Klimaschutzmanager Hans Gröbmayr gegeben. Dieser hatte im Ausschuss für ein neues Projekt der Energieagentur geworben: die "Ebersberger Klima-Schulen". Wichtigster Teil des Projekts ist die Einstellung eines eigenen Klimaschutzmanagers für die Schulen im Landkreis. Dieser soll beim Energiesparen helfen, aber auch den Schülern die Probleme des Klimawandels nahebringen. Beides, so betonten es alle Fraktionen, seien wichtige Anliegen. Auf eine Empfehlung an den Kreistag verzichtete der Ausschuss allerdings auf Anregung der CSU. Diese bemängelte, dass es noch zu viele Fragen gebe, diese sollen nun bis zur Sitzung des Kreistages in zwei Wochen geklärt werden.

Eigentlich wäre die Einstellung des Klima-Schulmanagers eine reine Formalie gewesen. Denn, darauf wiesen sowohl Gröbmayr als auch die Finanzmanagerin des Landkreises, Brigitte Keller, hin, werde die neue Stelle nicht dem Landkreis, sondern der Energieagentur in Rechnung gestellt. Diese sei zwar im Besitz des Kreises, als gemeinnützige GmbH aber auch eine eigenständige Firma. "Es ist eigentlich ein Geschäft der Agentur", so Keller, "Wären die Zuschussmodalitäten nicht so komisch, würde sie es selber machen." Denn die Einrichtung eines Energiesparmodells für Schulen, zu dem auch ein Klimaschutzmanager gehört, wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Vier Jahre lang gibt es 65 Prozent der Kosten erstattet. Beantragen müssen dies allerdings die jeweiligen Kommunen, in diesem Fall der Landkreis.

Klimaschutz bedeutet auch Kosten

Genau wie ein eventuelles Defizit ausgleichen, wie Alexander Müller (FDP) befürchtete:"Am Ende bleibt es beim Landkreis." Auch CSU-Fraktionssprecher Martin Wagner hatte Zweifel an der Rentabilität. Zwar sei "das Klimaschutzziel völlig unbestritten", genau wie der pädagogische Ansatz. "Aber es sind auch Kosten", und ob sich diese nach Ablauf der Förderung gegenfinanzieren ließen, sei unsicher. Ziemlich sicher ist für Wagner jedoch, dass die neue Stelle nicht nach vier Jahren einfach wieder gestrichen wird. Ebenfalls kritisch sah Wagner, dass auch die Kommunen als Träger der Grund- und Mittelschulen den neuen Energiemanager in Anspruch nehmen sollen. "Wir moppeln doch doppelt und dreifach", schließlich hätten Städte und Gemeinden einen eigenen Klimaschutzmanager und würden den Energieverbrauch ihrer Schulen selber senken, was in deren eigenem Interesse läge.

Für Gröbmayr ist indes klar, dass sich das Projekt auf jeden Fall rentieren wird und zwar doppelt. Während des Förderzeitraumes verblieben der Energieagentur Kosten von etwa 30 000 Euro pro Jahr. Im Gegenzug sei aber mit Energieeinsparungen im Wert von 10 000 Euro pro teilnehmender Schule zu rechnen. Außerdem sei es dringend erforderlich, die Schüler für den Klimawandel zu sensibilisieren, hier herrsche oft eine erhebliche Unwissenheit. Es sei nötig, dass man zeitnah einen Beschluss fasse, sonst könne man erst im übernächsten Schuljahr starten.

Für kleine Gemeinden sei das Projekt wichtig

Unterstützung kam von SPD und Grünen. Dies sei doch genau die Art von Projekt, wofür die Energieagentur gegründet wurde, sagte Grünen-Fraktionssprecherin Waltraud Gruber, zudem scheine das Vorhaben ja auch profitabel zu sein. Außerdem habe eben nicht jede Kommune einen eigenen Klimamanager, ergänzte ihr Fraktionskollege Reinhard Oellerer, gerade für kleinere Gemeinden sei das Projekt daher eine große Hilfe. "Es nicht zu tun, wäre ein großer Fehler", meinte SPD-Fraktionssprecher Albert Hingerl, er als Bürgermeister würde sich auf jeden Fall in seiner Gemeinde für eine Teilnahme stark machen. Die Details solle man aber vielleicht vor der endgültigen Abstimmung noch klären.

Der Meinung war auch Walter Brilmayer (CSU), der als Stellvertretender Landrat die Sitzung leitete. Er teile als Bürgermeister Hingerls Ansicht, dass eine Kommune sehr von dem Angebot profitieren könne, schlug aber vor, die noch offenen Fragen bis zur Kreistagssitzung zu klären, etwa auf der Bürgermeisterdienstbesprechung am kommenden Montag. Dem schloss sich der Ausschuss dann ohne Gegenstimmen an.