Messe Make Munich Selber machen statt konsumieren

Die Messe Make Munich bietet dem Bastler von heute alles, 2014 fand sie noch in der Tonhalle statt, jetzt ist man dafür in die Zenith-Halle umgezogen.

(Foto: Florian Peljak)

Wer gerne bastelt, tüftelt oder programmiert, der kann sich auf der Messe Make Munich mit Gleichgesinnten austauschen.

Von Günther Knoll

Der Bastler von heute nennt sich Maker. Das bedeutet aber nicht, dass Schrauben für ihn nur noch ein Nebenaspekt ist. Auch wer im Internet zu Hause ist, selbst programmiert, sich mit 3-D-Druck und Laser auskennt, muss noch über handwerkliche Fähigkeiten verfügen, wenn er selbst etwas herstellen will. "Do it yourself 2.0" nennt Martin Laarmann die Bewegung, deren Mitgliedern es darum gehe, "Dinge selber zu machen, statt sie einfach zu konsumieren".

Laarmann ist Geschäftsführer der Make Germany GmbH, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Maker-Szene zusammenzubringen. Diese Szene nennt sich Community, und diese Betonung der Gemeinschaft hat Sinn, denn es geht den Makern darum, gemeinsam Informationen zu sammeln und auszutauschen. Im Gegensatz zu manchem Bastler und Tüftler alten Schlags wollen sie ihre Ideen öffentlich machen. Nach dem Motto: Wissen und Können soll für jeden zugänglich sein, Unterstützung ist Ehrensache.

Alles in Ordnung

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Ein Forum dafür ist die Make Munich, ein "Do-it-yourself-Festival" in Form einer Messe. Organisiert wird sie von der Make Germany GmbH mit Hilfe der Maker Community. Am Samstag und Sonntag, 16. und 17. Januar, geht die dritte Auflage über die Bühne, diesmal in der Zenith-Halle.

Nähen und Löten

Bei der Make Munich im November 2014 war der damalige Austragungsort, die Tonhalle in der Kultfabrik, fast zu klein geworden für Aussteller und 3500 Besucher. Diesmal rechnet man mit einer fünfstelligen Besucherzahl, wie Laarmann sagt, auch die Ausstellungsfläche hat sich verdreifacht.

Fast hundert Maker und Maker-Start-Ups sowie die Sponsoren und Partner der Messe zeigen ihre Projekte und Produkte. Das ist aber nur ein Teil, denn des Motto für 2016 lautet "Just make it". Dementsprechend gibt es zahlreiche Workshops, in denen die Besucher dieser Aufforderung Folge leisten können, die Stände von 14 Ausstellern bieten sich für das Publikum als Orte zum Mitmachen und ausprobieren an.

Das Programm reicht vom Schmuckbasteln bis zum Nähen und Löten. Es gibt Workshops zum Bau von Robotern, Musikinstrumenten und sogar einer eigenen Pflanzenkläranlage und auch zum Programmieren. Eine wichtige Rolle in der Makerszene spielt das Upcycling, bei dem es nicht nur um die bloße Wiederverwertung geht, sondern um das Schaffen neuer Stücke aus Abfall, wobei die Qualität gesteigert, gleichzeitig aber weniger Energie verbraucht wird als beim Recycling.