Die Auseinandersetzung eskaliert. Die beiden jungen Männer schlagen und treten wie von Sinnen auf Brunner ein, drängen ihn in die Ecke zwischen Wartehäuschen und Geländer. Er wehrt sich noch, kann sich anfangs, wohl aufgrund seines früheren Boxtrainings und der besuchten Selbstverteidigungskurse, noch halten, bald aber sackt er zu Boden. Sein Kopf prallt gegen eine Eisenstange. Als er am Boden liegt, den Kopf unterm Geländer, sollen die Täter mehrfach mit den Füßen von oben auf seinen Kopf getreten haben, mit voller Wucht.
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Brunners Gesicht ist da offenbar schon blutüberströmt: Sch. habe zu Beginn einen Schlüsselbund in die Faust genommen und mit einer herausstehenden Schlüsselspitze zugeschlagen, so der Vorwurf. L. soll ein Feuerzeug als Waffe benutzt haben. Die Versuche eines Schülers, die tobenden Angreifer wegzuziehen, scheitern. Zahllose üble Schimpftiraden der Angreifer sind belegt. Es gibt aber auch Aussagen, wonach L., der Jüngere und Schmächtigere der beiden, seinen älteren und größeren Freund irgendwann zurückzuziehen versucht habe, gerufen habe, es reiche jetzt. Sch. aber habe erst einmal weiter gemacht.
Nach etwa einer Minute, kurz vor Eintreffen der Polizei, lassen sie von ihrem Opfer ab. Die Schüler, Brunners Schützlinge, beugen sich über den Mann, einer reicht ihm noch seine Brille, andere Helfer kommen, der Verletzte stöhnt noch etwas, will sich aufrichten, verliert dann das Bewusstsein. Um 18.20 Uhr stirbt Dominik Brunner im Klinikum Großhadern. Die Ermittler stellen 22 einzelne schwere und schwerste Verletzungen an seinem Körper fest. Die Staatsanwaltschaft wirft Sch. und L. Mord vor, Mord aus niedrigen Beweggründen. Sie hätten sich rächen wollen an Brunner für dessen Einschreiten zugunsten der Schüler.
Sebastian L. und Markus Sch. sind über die Gleise in ein Gebüsch geflüchtet, sitzen dort und warten, länger als eine Stunde. Sie sitzen in der Falle. Sie schreiben mehrere SMS an Freunde und telefonieren. Sie schreiben von Bullen, die nur drei Meter entfernt seien, und von Haft. Dass alles Scheiße sei und sie wohl so schnell nicht mehr nach Hause kommen würden. Und schöne Grüße an die Freunde. Obwohl sie offenbar sprechen, bemerkt sie erst um 17.30 Uhr eine Beamtin der Bundespolizei. Mit gezogener Waffe nimmt sie die beiden fest.
Der psychiatrische Gutachter Franz Joseph Freisleder sagt, beide seien in der Lage gewesen, ihr Unrecht einzusehen, ihre Steuerungsfähigkeit sei nicht aufgehoben gewesen. Die beiden jungen Männer schweigen zur Tat weitgehend. Kein Geständnis. Ja, sie seien auf Streit aus gewesen, sagt Sch., nach dem ersten Schlag von Brunner habe er einen Filmriss, habe sich nur wehren wollen. Jetzt gehe es ihm schlecht, weil Brunner tot ist. Die beiden Kumpel sprechen von Rauferei und Gerangel, geben Faustschläge und Fußtritte zu, aber als ihr Opfer am Boden lag, hätten sie es nicht mehr getreten. Zeugen berichten anderes.
Markus Sch. hat Briefe geschrieben aus dem Knast, auch an seinen Bruder. Der sitzt in Neuburg-Herrenwörth, Jugendgefängnis, und er solle doch schöne Grüße ausrichten an Christoph. An jenen Christoph von der Donnersbergerbrücke, der dort geschlägert haben soll, der jetzt auch in Herrenwörth sitzt. Interpretiert man die Briefe von Sebastian L. richtig, ist er ein junger Mensch, der fassungslos vor seiner Tat steht. Er hat nicht die Worte, das gut zu formulieren, er schreibt Scheiße, immer wieder, und man solle doch auch seiner Oma ausrichten, wie leid ihm das alles tue. Seine Oma ist die einzige aus seiner Familie, die ihm geblieben ist. Die Mutter liegt im Pflegeheim, der Vater ist tot.
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(SZ vom 09.02.2010/sonn/dmo)
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fahren S6 nach Tutzing und S7 nach Wolfratshausen auf unterschiedlichen Gleisen. Dennoch wollten die späteren Täter fast in den falschen Zug steigen? Suspekt Suspekt. Soll wohl die Hinterbliebenen trösten, dass alles vom Schicksal abhängt - oder einfach nur von der Zeugenaussage einer Oma, vermutlich falsch wiedergegeben.
Schön, daß Sie so "gut" informiert sind und scheinbar genau wissen, wie sich alles zugetragen hat!
Ich zitiere:
"Wenn ich in der U- oder S-Bahn oder sonstwo aggressive Betrunkene sehe, wechsle ich den Wagen oder die Straßenseite oder verlasse den Raum und wenn ich merke, dass andere Menschen in Gefahr sind, versuche ich, zu beruhigen und rufe wenn dann noch nötig- diskret die Polizei, die dann überraschend auftaucht. Das hat bisher immer gewirkt."
Nach Ihrer Version wäre die Belästigung der Gruppe Kinder durch diese hochaggressiven Jugendlichen durch Wechsel des Waggons oder beruhigende Kommentare vorüber gewesen. Dem war nicht so, die Täter ließen nicht mehr von ihren Opfern ab.
Herr Brunner hat die Polizei verständigt und war der Einzige, der sich unter einer feigen Menschenmenge schützend vor die Kinder gestellt hat.
Ihm jetzt ein RAMBO-Image zu verpassen finde ich höchst geschmacklos und es zeigt sich leider mal wieder, wer anderen hilft ist am Ende noch der Schuldige!
ich sag ja "komische Rechsauffassung"
Danke für die Untemauerung
Ihr Beitrag kommt der "üblen Nachrede" sehr nahe.
Wie um alles in der Welt kennt die Presse den Inhalt der geschriebenen Briefe?? Das kann doch nur bedeuten, das die Staatsanwaltschaft, die als einzige diese den Inhalt zu Gesicht bekommt gepezt hat, oder?
Ich dachte immer, das sich auch die Gesetzesmenschen an das Gesetz des Datenschutzes halten muss?!
Paging