Es geht um viel Sex, schwer zu bekommende Mädchen und einen Hamburger, der in München zum Frauenhelden wird: "Schmutziger Süden", der neue Film von Klaus Lemke, verändert das Bild von München.
Gleich in der ersten Szene: Sex. Der Sex zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Doch im Grunde gehe es um Münchner Frauen und deren Suche nach Liebe, sagt Klaus Lemke. Wenn der Regisseur über seinen neuen Film "Schmutziger Süden" spricht, wird er regelrecht euphorisch. "Er ist eine Hymne an München und die Münchner Mädchen", sagt er.
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Sheila Malek (links) und Indira Maddison (rechts) halten den Filmbösewicht Brad Pessi in Schach. (© Foto: oh)
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Ein 20-jähriger Hamburger wird aus seiner Stadt "rausgeschmissen", was im Lemke'schen Sinne so viel heißt, wie: Er hat dort keinen Schlag bei den Frauen. Sie wollen ihn nicht, und er will sie auch nicht. Der junge Mann verlässt Hamburg, und dann geht es los mit seiner Mission. Er kommt nach München, und anscheinend völlig größenwahnsinnig geworden, versucht er, im Alleingang die Münchner Mädchen zu retten, die alles dafür tun, das nicht zu kriegen, was sie so unbedingt wollen - Liebe.
Anfangs scheint es schier unmöglich, die hiesigen Frauen zu knacken. Sie sind hartnäckig, widerwillig, stolz. Doch der Hamburger lässt nicht locker, versucht es immer weiter, bis er sein Ziel erreicht. Am Ende ist er eine Art Sexgott, ein junger Verführer, dem die Frauen kopflos verfallen sind und der sich nicht mit nur einer zufrieden gibt. Sein Mantra ist, "besser zehn Göttinnen als einen staatstragenden Gott", sagt Lemke.
Der Film will nicht nett sein, viel Sex ist im Spiel, doch davon darf man sich nicht täuschen lassen. "Es geht nicht um Verliebtsein, Sex und die darauf folgende Langeweile, sondern um Sexualität, die ins Verliebtsein explodiert", sagt der 68-Jährige.
Lemke hat ein sehr konkretes Bild von Frauen im Allgemeinen und von Münchner Mädchen im Speziellen. Alle würden doch ständig mit höchst unterschiedlichen Vorstellungen von sich herumexperimentieren, in der ganzen Bandbreite: von Madonna bis Callgirl. "Aber wenn die verbotenen Früchte dann mal wirklich vor der Tür stehen, dann flüchten sie sich lieber wieder auf Facebook", sagt der Regisseur. Und so wird der Riss zwischen Facebook und der Realität immer größer. Das Ergebnis: Das Reale wird Opfer des Virtuellen. Und genau hier setzt der Film ein.
Klaus Lemke ist sich sicher, dass mit "Schmutziger Süden" ein völlig neues München-Bild entstehen wird. War die Stadt an der Isar bislang auf den Mythos des lauschigen, eher langweiligen Tummelplätzchens für Schickimickis abonniert, wird in dem Film ein neues München gezeigt. Die jungen, hungrigen Leute, die die Liebe so sehr wollen, aber ihrer doch nicht habhaft werden können. Die Subkultur, die inzwischen ihr ganz eigenes Ding macht und sich nicht mehr an den Ansprüchen der restlichen Republik messen lässt. Und die Abwesenheit der Schickeria in ihrer ursprünglichen Definition, die heute nur noch Legende ist.
Michael Graeter spielt einen Klatschreporter
Witzigerweise spielt genau der Vertreter dieser Bussi-Gesellschaft in Lemkes Film mit, den man hier gar nicht erwartet hätte: Michael Graeter, der Urtyp des Münchner Szenereporters. Der Mann, der es geschafft hat, berühmter zu werden als sein Klientel. Graeter spielt in dem Film sich selbst. Einen Klatsch-Journalisten, der von dem Protagonisten, besagtem Hamburger, um Hilfe bei seiner Mission "Münchner Mädchen" gebeten wird. Graeter hilft ihm schließlich, doch mit Schickimicki und Bussi-Bussi hat "Schmutziger Süden" trotzdem überhaupt nichts zu tun. "Wir kennen uns schon ewig, deshalb kam ich auf die Idee", kommentiert Lemke Graeters Auftritt in dem Film.
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Die neueste Antwort
das klingt ja alles ziemlich abschreckend und altbacken!
... weder gut noch schlecht, sondern außerhalb Münchens einfach völlig belanglos, wie (fast) alles von Klaus Lemke.
Und was die Behauptung "...verändert das Bild von München" betrifft: meins schon mal nicht - das besteht u.a. genau aus solchen Szenerien und Protagonisten.
was die Leute hier gegen einen Lemke-Film haben? Noch nicht mal gesehen und schon abwerten.
Ich denke, das es nicht verkehrt ist, sich sein Bild vom Abgrund des menschlichen Seins anzuschauen. Wohl besser als der übrige Deutschklamauk in Weichzeichner und Belustigungsformat.
Aber ich weiß, die meisten Leute wollen gar nicht wissen, wie krank die Gesellschaft ist. Da könnte ja ein Kartenhaus zusammenbrechen. Lieber sitzen wir einfach nur in unserer kleinen Seifenblase und hoffen, daß diese nicht platzt.
Und Sex, Gerwalt, Macht und Gier sind die besten Themen, denn das macht die Krankheit unserer Gesamtheit in Korruption, Angst, Anerkennung und krankhaft verzweifelten jagen nach der Liebe oder dem daurheaften Kick der überdrehten Glücksseeligkeit in der Form eines Paradieses, welches nicht existiert.
Österreich als Provinz? Von einem Kommentator hier
"Models", "Hundstage", "Import Exportt" der Ulrich Seidl hat es auch drauf und die Filme sind nicht ohne. Von wegen Provinz
"Ärztin in der Notaufnahme der Chirurgie an der Uniklinik München"
also Chirurgin???
Der Artikel hat in etwa das Niveau von diesem:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/691/499963/text/
Da wurde die Kommentarfunktion überigens komplett zensiert,
nachdem wohl zuviel Kritik kam, Schade das der Leser sich jetzt kein Bild mehr machen kann (darf)
läßt grüßen.
So wird man nie Metropole.
Das ist doch auch nicht weiter schlimm. Provinz hat auch seine Vorteile.
Ich bin doch auch gern mal in Österreich.
Paging