Zusammenschluss steht auf der Kippe Nein zur Sparkassenfusion

Thomas Eichinger, Landrat von Landsberg.

(Foto: Arlet Ulfers)

Landsbergs Landrat fürchtet um Filialnetz und Kundennähe

Von Andreas Ostermeier, Fürstenfeldbruck/Landsberg

Die anvisierte Fusion der Sparkassen Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg steht auf der Kippe. Landsbergs Landrat Thomas Eichinger (CSU) hat angekündigt, dass er am Dienstagabend im Kreistag gegen eine Fusion stimmen will. Seine Haltung findet wohl auch in der CSU-Fraktion viele Anhänger, eine Ablehnung der Fusionspläne ist also zu erwarten. Spricht sich der Kreistag gegen eine Fusion aus, sind die gegenwärtigen Pläne Makulatur. Einen Zusammenschluss der Sparkassen wird es dann nicht geben.

Eichinger erläuterte in einem Gespräch mit der SZ detailliert seine Argumente. Tenor seiner Ausführungen ist, dass Sparkassen kommunale Banken sind, der kommunale Aspekt jedoch bei Fusionen verloren gehe. Der Landrat betonte, dass er keine Zweifel daran habe, dass eine Fusion geschäftliche Vorteile mit sich bringe. Doch allein aus betriebswirtschaftlichen Gründen dürfe es keinen Zusammenschluss geben, sagte er.

Der örtliche Bezug und die überschaubare Größe, das bezeichnet Eichinger als genetischen Code der Sparkassen. Eben der sei durch eine Fusion der Geldinstitute gleich mehrerer Landkreise gefährdet, sagte er. Die Berechtigung kommunaler Banken, in denen Landkreise, Städte und Gemeinden mitmischen, ist für den Landsberger Landrat nur dann gegeben, wenn die Sparkassen auch örtlich verwurzelt bleiben. Im Kreis Landsberg sieht Eichinger diesen Anspruch verwirklicht. 24 Filialen hat die Sparkasse dort - bei 31 Kommunen. Eichinger spricht vom dichtesten Filialnetz der drei an einer möglichen Fusion beteiligten Landkreise.

Neben dem dichten Filialnetz fürchtet der Landrat zudem um den Fortbestand der Sparkassenstiftung in seinem Landkreis. Diese erhält Jahr für Jahr Geld aus dem Überschuss der Bank, um ihre Projekte finanzieren zu können. Bei einer Fusion sei dieser Geldtransfer bis zum Jahr 2026 garantiert, sagt Eichinger, für die Zeit danach aber nicht mehr.

Als weiteres Gegenargument nennt Eichinger, dass die Sparkasse Landsberg aus wirtschaftlichen Gründen nicht fusionieren muss. Zwei Gutachten bestätigten, dass die kommunale Bank auch in Zukunft selbständig bestehen könne. Das Kreditgeschäft wird nach Ansicht von Eichinger sogar noch wachsen, weil der Landkreis Zuzugsgebiet ist.