Verkehrsplanung Busspur auf der Bundesstraße

"Wir werden das Problem wohl mit einer Vielzahl anderer Maßnahmen angehen müssen", sagt Bernd Wanka.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Karlsfeld sucht nach Alternativvorschlägen für den Verkehrswegeplan.

Von Gregor Schiegl

Der von der Gemeinde Karlsfeld beantragte Entlastungstunnel unter der B 304 ist laut der Bundestagsabgeordneten Gerda Hasselfeldt "mangels Wirtschaftlichkeit" nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden. Die CSU-Politikerin bedauerte dies in einer Pressemitteilung, zeigt sich von dem Ergebnis aber auch nicht sonderlich überrascht. Im Rahmen des Öffentlichkeits- und des parlamentarischen Verfahrens bestehe nun die Möglichkeit, Alternativvorschläge einzubringen. Die Bundestagsabgeordnete kündigte an, entsprechende Initiativen zu unterstützen, "damit die stark belasteten Karlsfelder Bürger und die Pendler entlastet werden".

Karlsfelds CSU-Fraktionschef und Verkehrsreferent Bernd Wanka tendiert in eine ähnliche Richtung. "Wir werden das Problem wohl mit einer Vielzahl anderer Maßnahmen angehen müssen, die im Verbund eine gewisse Summenwirkung entfalten", sagte Wanka. Dazu zählt er eine separate Busspur auf der B 304 oder auch eine Ampel am Ortseingang, die nicht mehr Verkehr nach Karlsfeld einlässt, als dort ohne Stopp-and-Go-Verkehr abgewickelt werden kann. Solche Maßnahmen kann die Gemeinde nur mit dem Bund umsetzen.

Gerda Hasselfeldt bewertet den Entwurf insgesamt positiv

Trotz der Enttäuschung für die Karlsfelder bewertet Hasselfeldt den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2015 für ihren Wahlkreis insgesamt positiv. Wichtige Straßenprojekte, die bestehende Engpässe beseitigten und die Verkehrssicherheit erhöhten, seien zum größten Teil in den vordringlichen Bedarf eingestuft worden, wie der vierstreifige Ausbau der B 13.

Die Grünen im Landkreis üben am neuen Bundesverkehrswegeplan scharfe Kritik - allerdings nicht wegen des unberücksichtigt gebliebenen Karlsfelder Tunnels. "Für uns im Süden Bayerns fehlt vor allem der Ausbau der Schiene", schreibt Marese Hoffmann, Sprecherin des Kreisverbandes Dachau, in einer Pressemitteilung. Der Bundesverkehrsminister setze einzig und allein auf den Ausbau der Straßen. "Das ist kurzsichtige Beton-Ideologie der 1970er Jahre. Innovative Ansätze fehlen komplett." Mit ihren oberbayerischen Kollegen wollen die Dachauer Grünen die vorgelegten Listen gründlich prüfen und die Bürger zur Beteiligung am Bundesverkehrswegeplan aufrufen. Dies ist von Montag, 21. März, an möglich. "Allerdings ist es absolut unangemessen, nach monatelanger Verzögerung die Bürgerbeteiligung in die Osterzeit zu legen und auf nur sechs Wochen zu begrenzen", kritisieren die Grünen. "Ein faires Verfahren sieht anders aus."

Für den Zeitraum von sechs Wochen können die Dokumente einschließlich Umweltbericht auf der Internetseite www.bmvi.de eingesehen werden.