Erdweg Ein altes Juwel in neuem Glanz

Die Gemeine Erdweg saniert altes "Wirtshaus am Erdweg" selbst. Für die 500 Jahre alte Tafernwirtschaft gab es keinen privaten Investor.

Von Robert Stocker

- Die Gemeinde Erdweg will noch heuer mit der Generalsanierung des "Wirtshauses am Erdweg" beginnen. Das denkmalgeschützte und geschichtsträchtige Gebäude soll zu einem Kultur- und Begegnungszentrum ausgebaut und zu einem Mittelpunkt des Ortes werden. Laut Bürgermeister Michael Reindl (FW) betragen die Investitionskosten etwa zwei Millionen Euro zuzüglich der Kosten für die Ausstattung. Der Staat habe Fördermittel von etwa einer Million Euro in Aussicht gestellt. Reindl macht keinen Hehl daraus, dass das Projekt eine große finanzielle Herausforderung für die Gemeinde sei, andererseits aber für die Sanierung des historischen Baudenkmals kein privater Investor zur Verfügung stehe.

Das "Wirtshaus am Erdweg" steht seit 2005 leer.

(Foto: DAH)

Erdwegs Bürgermeister gibt gleichzeitig zu bedenken, dass es um den Erhalt eines historisch bedeutenden Objektes gehe. Durch das Projekt soll auch das Zentrum des Ortes gestärkt und die Infrastruktur belebt werden. Das "Wirtshaus am Erdweg" ist eines der ältesten erhaltenen weltlichen Gebäude und eines der bedeutendsten Bauwerke im Landkreis Dachau. Die Historie des Ortes ist wesentlich mit der Geschichte des "Wirtshauses am Erdweg" verbunden. Bereits im Mittelalter war das Wirtshaus Treffpunkt von Dorfbewohnern und Reisenden. Die Funktion als zentrale Anlaufstelle wurde durch die Lage im Kreuzungsbereich mit der schon in der Römerzeit wichtigen Straße von Dachau nach Altomünster begünstigt. Im Jahr 1468 wird das "Wirtshaus am Erdweg" erstmals als Tafernwirtschaft erwähnt.

Im Dezember 2000 erwarb die Gemeinde Erdweg die Immobilie, die bis zum Jahr 2005 als Wirtshaus diente. Die Gemeinde wollte das denkmalgeschützte Gebäude erhalten und durch die Sanierung das Ortszentrum wiederbeleben. Anschließend wurden Planer damit beauftragt, ein Nutzungs- und Sanierungskonzept zu erstellen, das mit dem Landesamt für Denkmalpflege, der Regierung von Oberbayern und dem Landratsamt Dachau abgestimmt ist. Jetzt liegt die Baugenehmigung für das Projekt vor. Im Erdgeschoss sind eine öffentliche Gaststätte und ein Seniorentreff, im ersten Stock Räume für öffentliche, kulturelle und soziale Einrichtungen sowie ein größerer Veranstaltungssaal und im Dachgeschoss ein Mehrzwecksaal für kulturelle Veranstaltungen geplant.

Die Kosten für die Sanierung des Gebäudes werden auf etwa zwei Millionen Euro geschätzt. Der Gemeinde wurden Zuschüsse in Höhe von einer Million Euro zugesichert, die vom Landesamt für Denkmalpflege (400 000 Euro), der Bayerischen Landesstiftung (50 000 Euro), dem Bezirk Oberbayern (50 000 Euro) und vom Freistaat aus Mitteln der Bayerischen Städtebauförderung (540 000 Euro) kommen. Die Regierung von Oberbayern hat inzwischen dem vorzeitigen Baubeginn zugestimmt. Jetzt können Gewerke ausgeschrieben und erste Arbeiten in Eigenleistung begonnen werden. Dazu hat sich ein Arbeitskreis engagierter Bürger zusammengefunden, die das Projekt ehrenamtlich unterstützen wollen. "Das spart natürlich Kosten", freut sich Erdwegs Bürgermeister. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich drei bis vier Jahre dauern. Sie hängen auch von den finanziellen Mitteln ab, welche die Gemeinde aufbringen kann.