Internationales Restaurant Altstadt "Cosmogrill" So ein Nepp!

Beim nächtlichen Streifzug durch München hört man Neues: Es soll nun einen Edelburgerladen in der Maximilianstraße geben. Klingt gut. Burger und edel - ein wenig dekadent vielleicht, aber warum nicht. Wir haben es ausprobiert.

Von Christina Maria Berr

Es geht schon mit der Adresse los: Der neue Edelburgerladen soll in der Maximlianstraße sein. Und wahrlich, die Adresse des Cosmogrills ist: Maximilianstraße 10. Der neue Take-Away- und Stehimbiss liegt aber nicht in Münchens Nobelmeile, sondern in der Falkenturmstraße, einer kleinen charmanten Parallelstraße zum Schickeriawandelgang.

Burger im Cosmogrill: Sehr groß, aber auch sehr teuer.

(Foto: Foto: Nora Große-Harmann)

Wie das Lokal nur an die prunkvolle Adresse kommt, fragt man sich? Und da ist es auch gleich wieder ein bisschen sympathisch: Nur nicht bescheiden, lieber protzen. So sieht es auch mit den Preisen aus.

Der kleine Laden mit ein paar Tischen und Barhockern bietet Burger verschiedenster Art, Grillwurst, Suppen und Salate. Man kann es mitnehmen oder dort essen. Klar ist jedoch: Die Currywurst kostet 3,80 Euro. Unter 5,90 Euro gibt es keinen Burger, der teuerste auf der Karte, ein Wagyo Trüffel Burger soll sogar 15,50 Euro wert sein.

Wir testen den Cosmo-Avocado-Burger (8,90 Euro) und den BBQ Bacon Burger (7,70 Euro) dazu Rosmarin Skins, also Kartoffelecken, für 2,60 Euro. Es kommen: Zwei belegte Semmeln dazu eine Packschachtel mit den Kartoffeln. Die Kartoffeln schwimmen in Öl - krosse Bratkartoffeln können das nicht. Das Fleisch der Burger ist in Ordnung, doch die Soße, in eindrucksvollen Einmachgläsern in der Küche aufgereiht, schmecken schal und nach künstlichen Aromasoßen. Die eine ein bisschen schärfer, ein bisschen sahniger die andere.

Aber vielleicht ist der Anspruch zu hoch: Schließlich steht da nicht: Hausgemachte Soße, sondern: Meerettich-Schnittlauch-Sourcream und Honig-BBQ-Sauce.

Isst man den Burger vor Ort, in dem stylischen Raum, in Schwarzweiß, hat man noch ein besonderes Erlebnis: Das Bratenfett kriecht in die Kleider, längst wieder weg von der Edelburgerbude bleibt so der Geruch des teuren Essens noch in der Nase.

Eine Alternative? Keineswegs. Selbst nachts - die Öffnungszeiten sind unter der Woche bis 3 Uhr, Donnerstag mit Samstag sogar bis 6 Uhr - sollte man sich das gut überlegen. Da zieht man doch immer noch den guten alten Bergwolf an der Klenzestraße vor. Dort gibt es zwar keine elf Sorten "Tealicious Samova"-Tees und auch keinen Champagner für 210 Euro - dafür aber echte Pommes rot-weiß. Und mal ehrlich, auch wenn es noch so edel ist: Zu einem ordentlichen Imbiss gehören nun mal die Pommes - das ersetzen auch keine Rosmarinkartoffeln in Öl.

Luxusburger im Edelambiente

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