Beim nächtlichen Streifzug durch München hört man Neues: Es soll nun einen Edelburgerladen in der Maximilianstraße geben. Klingt gut. Burger und edel - ein wenig dekadent vielleicht, aber warum nicht. Wir haben es ausprobiert.
Es geht schon mit der Adresse los: Der neue Edelburgerladen soll in der Maximlianstraße sein. Und wahrlich, die Adresse des Cosmogrills ist: Maximilianstraße 10. Der neue Take-Away- und Stehimbiss liegt aber nicht in Münchens Nobelmeile, sondern in der Falkenturmstraße, einer kleinen charmanten Parallelstraße zum Schickeriawandelgang.
Burger im Cosmogrill: Sehr groß, aber auch sehr teuer. (© Foto: Nora Große-Harmann)
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Wie das Lokal nur an die prunkvolle Adresse kommt, fragt man sich? Und da ist es auch gleich wieder ein bisschen sympathisch: Nur nicht bescheiden, lieber protzen. So sieht es auch mit den Preisen aus.
Der kleine Laden mit ein paar Tischen und Barhockern bietet Burger verschiedenster Art, Grillwurst, Suppen und Salate. Man kann es mitnehmen oder dort essen. Klar ist jedoch: Die Currywurst kostet 3,80 Euro. Unter 5,90 Euro gibt es keinen Burger, der teuerste auf der Karte, ein Wagyo Trüffel Burger soll sogar 15,50 Euro wert sein.
Wir testen den Cosmo-Avocado-Burger (8,90 Euro) und den BBQ Bacon Burger (7,70 Euro) dazu Rosmarin Skins, also Kartoffelecken, für 2,60 Euro. Es kommen: Zwei belegte Semmeln dazu eine Packschachtel mit den Kartoffeln. Die Kartoffeln schwimmen in Öl - krosse Bratkartoffeln können das nicht. Das Fleisch der Burger ist in Ordnung, doch die Soße, in eindrucksvollen Einmachgläsern in der Küche aufgereiht, schmecken schal und nach künstlichen Aromasoßen. Die eine ein bisschen schärfer, ein bisschen sahniger die andere.
Aber vielleicht ist der Anspruch zu hoch: Schließlich steht da nicht: Hausgemachte Soße, sondern: Meerettich-Schnittlauch-Sourcream und Honig-BBQ-Sauce.
Isst man den Burger vor Ort, in dem stylischen Raum, in Schwarzweiß, hat man noch ein besonderes Erlebnis: Das Bratenfett kriecht in die Kleider, längst wieder weg von der Edelburgerbude bleibt so der Geruch des teuren Essens noch in der Nase.
Eine Alternative? Keineswegs. Selbst nachts - die Öffnungszeiten sind unter der Woche bis 3 Uhr, Donnerstag mit Samstag sogar bis 6 Uhr - sollte man sich das gut überlegen. Da zieht man doch immer noch den guten alten Bergwolf an der Klenzestraße vor. Dort gibt es zwar keine elf Sorten "Tealicious Samova"-Tees und auch keinen Champagner für 210 Euro - dafür aber echte Pommes rot-weiß. Und mal ehrlich, auch wenn es noch so edel ist: Zu einem ordentlichen Imbiss gehören nun mal die Pommes - das ersetzen auch keine Rosmarinkartoffeln in Öl.
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(sueddeutsche.de/wib)
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ich freue mich, dass hier alle "sz-kritiker" sachlich geblieben sind. wie bei meinem ersten post (siehe ältere artikel) bestätigt sich nun hiermit, dass die redkteurin eine anfängerin in sachen lebensmittel ist. bei der sz sollte man überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre eine gegenseitige nettiquette einzuführen: auch ein redakteur sollte die gelbe, bzw. die rote karte erhalten. allein die headline so ein nepp disqualifiziert die dame für dieses format.sonnige grüsse und auf bald.
Ich kann mich allerdings auch nicht beschweren, der Lachsburger war ausgezeichnet und freundlich bedient wurde ich obendrein.
Ich kann die Kritik nicht nachvollziehen, bis auf die Adresse, die musste ich auch suchen.
Als Betroffene Ihres Beitrages sehen wir uns veranlasst, Ihren Artikel Prost! Mahlzeit! Nr. 19 zu kommentieren:
1.) Keine der von der Autorin beschriebenen Produkte oder Rohstoffe kommen im Cosmogrill zum Einsatz (Sahne, Geschmacksverstärker, Fertigsaucen). 80% aller Sauen werden entgegen der redaktionellen Gaumen-Analyse tatsächlich hausgemacht in unserem.
2.) Die Verfasserin muß sich fragen lassen, ob Sie schon einmal Lebensmittelqualität jenseits von Konservendose & Co eingekauft hat, oder gar Bioland-Fleisch, bzw. Bio-Produkte selbst bezahlte? Nein? Dann darf sie weiter glauben, Cosmogrill-Speisen seien teuer.
3.) Für Kenner der olfaktorischen Sinne sei hier angemerkt: Ja, wenn wir frisches Fleisch oder Gemüse auf unserem Teppan-Yaki grillen (auf dem das Fett im Übrigen nur mit einem Zerstäuber aufgetragen wird) dann riecht man das, andere sagen sogar, es duftet. Da es sich jedoch um einen fettfreien Geruch handelt, bleibt dieser nicht in Textilien haften und auch nicht im Raum hängen. Das tut er nur in Lokalen, in denen Pommes aus der Friteuse verkauft werden (die wir gar nicht besitzen) und in denen sich die Redakteurin wohl besser auskennt.
4.) Fehl- & Falschinformationen in der Checkliste runden qualitativ gesehen den redaktionellen Beitrag ab, obwohl die Recherche durch googeln ein einfacher Minutenjob gewesen wäre. So führen wir weder spanischen Rotwein, noch kostet ein Essen für zwei im Cosmogrill 30 Eur..
Beispiel: Der Gesamtpreis der Speisen, die die beiden Redakteure vorgaben zu testen, kostete lediglich Eur. 19,20. Für den Autor eigentlich ganz einfach nachzurechnen, sofern er sein eigenes Skript zu Rate zieht.
5.) Natürlich verkaufen wir auch Roederer Cristal für Eur. 210,-, den man im Übrigen ohne h schreibt. Bekannt sind wir aber eher für die unschlagbar preiswerte Flasche Roderer Brut Premier 0,75l, zu Eur. 49,-.
Gleiches gilt für Mineralwasser: unser Marken-Hauswasser Vöslauer (0,5l) kostet marktübliche 2,50.
Per Saldo sind wir gleichermaßen enttäuscht und verwundert darüber, dass eine Volontärin in einem so angesehenen Format wie die SZ einen derart mangelhaft recherchierten Beitrag mit einem so hohen Grad der Irreführung veröffentlichen darf.
Freude und Demut bereiten uns jedoch die vielen Beiträgen zu dem Artikel von Lesern, die diese Verwunderung offensichtlich teilen.
Liebe SZ-Online Redaktion, So ein Nepp! - könnte man auch über Ihren Prost!Mahlzeit!-Beitrag Nr. 19 sagen.
Christoph Kie
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