Bürogebäude am Flughafen Riem Anschluss für den Tower

Er soll dem Bürokomplex mit seiner geschwungenen Glasfassade die besondere Note geben: der Kontrollturm des ehemaligen Flughafens München Riem. Simulation: Wöhr + Bauer GmbH

Kein Investor konnte etwas mit dem Tower des ehemaligen Flughafens in Riem anfangen, lange lag das Gelände brach. Nun zieht eine Unternehmenszentrale ein - und baut sich einen modernen Glaskomplex um den denkmalgeschützten Turm.

Von Alfred Dürr

Eine architektonische Schönheit ist er gewiss nicht, dafür erinnert er imposant an alte Zeiten. Der ehemalige Tower mit seiner Glaskanzel über dem obersten Stockwerk und die in seiner Nachbarschaft liegende Wappenhalle sind die einzigen Gebäude, die noch vom Flughafen München Riem erzählen.

Während die historische Wappenhalle mit ihrer einstigen Abflugzone längst in ein modernes Bürogebäude integriert ist, gab es lange Zeit mit dem auf einem weitgehend leeren Grundstück alleine aufragenden Tower ein Problem. Kein Investor konnte etwas mit der rostbraunen, 35 Meter hohen Immobilie anfangen. Das Areal in unmittelbarer Nähe des Eingangs zur Messe lag jahrelang brach.

Die Hauptschwierigkeit war, den idealen Nutzer für das Gelände zu finden. Und das ist im vergangenen Jahr mit dem Medizintechnologie-Unternehmen Brainlab aus Feldkirchen gelungen. Da die Zentrale in der Münchner Nachbargemeinde zu klein wird, bot sich das Riemer Grundstück als Standort an. Projektentwickler für den Neubau am Tower ist Wöhr + Bauer - ein Investor, der markante Großprojekte auf seiner Liste hat: etwa die Linde-Zentrale am Oberanger, die künftige Tiefgarage unter dem Thomas-Wimmer-Ring oder den Nachfolgebau für das Parkhaus neben dem Hotel Mandarin Oriental.

Aachener Architekten mit dem besten Entwurf

Das Bauzentrum an der Willy-Brandt-Allee 10 zeigt bis zum 24. Januar die Entwürfe eines Architekturwettbewerbs für das Tower-Grundstück. Gewonnen hatte das Büro Kadawittfeldarchitektur mit Sitz in Aachen. Zu den herausragenden Arbeiten des Büros gehören zum Beispiel Bauten für Adidas, für die Aachen Münchener Versicherung oder der Salzburger Bahnhof.

In Riem warten sie mit einer schwungvollen Glasfassade auf, die sich gewissermaßen um den Turm schmiegt. Bis Ende 2016 soll die Brainlab-Zentrale fertig sein. Die spannende Frage ist, wie der Tower künftig genutzt werden kann. Dazu finden Verhandlungen mit den Behörden statt. Bis 1992 wurde vom Tower aus der Flugverkehr kontrolliert, bald kann er das bauliche Markenzeichen für ein erfolgreiches Unternehmen werden.