Bar Fox Wie einst im alten Schwabing

Auf die Mischung kommt es an

Einst war er Türsteher im P1, jetzt hat Klaus Gunschmann das Fox aufgemacht. Die Bar kommt unfertig daher, doch das ist genau so gewollt. Einen Schönheitsfehler hat sie trotzdem: Das Fox soll das alte Schwabing symbolisieren, liegt aber in der Maxvorstadt. mehr...

Klaus Gunschmann war früher Türsteher im P1, jetzt hat er das Fox aufgemacht. Die Bar kommt unfertig daher, doch das ist genau so gewollt. Einen Schönheitsfehler hat sie trotzdem: Das Fox soll das alte Schwabing symbolisieren, liegt aber in der Maxvorstadt.

Von Florian Fuchs

Die Idealvorstellung sieht so aus: An der Bar hockt der Rechtsanwalt, der abends noch ein bisschen Spaß haben will. Daneben sitzt ein Typ, der an einem Drehbuch schreibt. Ein Model, das gerade erst in München angekommen ist, steht auch im Raum. Und wenn die Studenten und all die anderen Leute irgendwann genug Sonne getankt haben, dann kommen sie rüber aus dem Englischen Garten, die Flip Flops müssen sie dabei nicht ausziehen. Die Botschaft für das neue Fox in der Türkenstraße ist klar. "Es soll eine bunte Mischung werden, ganz locker", sagt Betreiber Klaus Gunschmann. "Wie früher im alten Schwabing."

Am Mittwoch vor einer Woche hat das Fox eröffnet, an der Idealvorstellung von Klaus Gunschmann gibt es nur einen kleinen Schönheitsfehler. Eigentlich liegt die Bar in der Türkenstraße 52 um wenige Meter gar nicht in Schwabing, da fehlen ein paar Hausnummern - das ist hier noch ganz knapp Maxvorstadt. Die Mischung aber, und auf die soll es ja ankommen, die können sie nach dem Muster "altes Schwabing" hinbekommen. Das Fox ist hübsch. Und die Getränkekarte ist fein.

Gunschmann und sein Partner Julian Siebach haben hier fast alles selbst gebastelt. Die Barverkleidung aus Holz haben sie zusammengenagelt und gebeizt, die Glühbirnen ragen aus Kupferrohren, die sie selbst zurechtgesägt haben. Der Linoleumboden ist uralt, vorher waren hier ein Modeladen und andere Geschäfte drin. Vor dem Fenster neben dem Eingang steht eine lange Werkbank mit einer kleinen Pumuckl-Figur im Eck, ersteigert im Internet für 200 Euro.

Gunschmann ist ein bekannter Kopf im Münchner Nachtleben, er war Türsteher im P1 und dann Gesellschafter. Hier hat er etwas anderes gemacht, auch wenn der unfertige Look nichts Neues ist. Alte Dübel in der Wand, die nur übermalt sind, aber noch dekorativ herausstehen, haben andere Bars auch. Aber hier haben sie das Konzept extrem charmant umgesetzt, bis hin zur Unisextoilette für Mädchen und Jungs.

Von der Schnellen Liebe ins Fox

Weil Gunschmann inzwischen 50 Jahre alt ist und nicht mehr selbst bis spät nachts in Bars und Clubs herumspringt, hat er Fabian Pfannes und Leo Vilsmeier als Betreiber geholt. Pfannes war früher in der Schnellen Liebe, da muss er sich ein bisschen umstellen: Essen gibt es im Fox nicht.

Sie konzentrieren sich hier auf die Getränke, und da haben sie gute Sachen zu vernünftigen Preisen. Das Helle kostet drei Euro, die Blutgrätsche mit Wodka, Zitrone und Grenadine auch. Cocktails und Longdrinks gibt es für etwa acht Euro.

Das Fox hat zu Beginn erst einmal nur von Mittwoch bis Samstag geöffnet. Es könnte aber schnell mehr Arbeit auf die Crew zukommen. Am Montag öffneten sie bereits das erste Mal außerplanmäßig. Sie hatten drinnen ein bisschen gearbeitet, es gibt viel zu tun nach einer Eröffnung - und als draußen immer mehr Leute an die Scheiben klopften, haben sie halt irgendwann aufgesperrt.

Auf die Mischung kommt es an

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