Actionsport in München Olympiapark plant kleine X-Games

Der Skateboarder Bucky Lasek bei den X-Games 2013 in München.

Gute Nachricht für alle Fans des Actionsports: Nach der Absage der X-Games 2014 und 2015 durch den amerikanischen TV-Sender ESPN plant der Olympiapark München eigene Festspiele - zusammen mit einem namhaften Sponsor.

Von Sebastian Winter

Mehr als 100.000 zumeist jugendliche Besucher strömten im vergangenen Juni zum Actionsportspektakel X-Games in den Münchner Olympiapark. Die Wettkämpfe der Skateboarder, BMX- und Motocrossfahrer sowie der Mountain-Biker wurden begeistert aufgenommen. Nach der überraschenden Absage für 2014 und 2015 durch den veranstaltenden US-Kabelsender ESPN hat die Olympiapark München GmbH (OMG) gute Nachrichten für die Fans des Freestyle-Sports. Denn sie plant für den kommenden Sommer erneut ein Actionsport-Fest im Park, quasi als Nachfolge-Veranstaltung der X-Games. "Wir haben seit Dienstag das grundsätzliche Go des Aufsichtsrates. Über Weihnachten und im Januar gehen wir in die Detailplanung", sagt der stellvertretende OMG-Geschäftsführer Arno Hartung.

Das zweitägige Spektakel soll entweder am 18./19. Juli oder am Wochenende darauf stattfinden. Klar ist schon jetzt, dass die drei Sportarten Skateboard, Motocross und BMX im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen werden. Die Skateboarder dürfen ihr Können in der Eissporthalle zeigen, auf dem Coubertinplatz finden die BMX-Fahrer Platz.

Im Bereich des Olympiasees präsentieren die Motocrosser waghalsige Sprünge auf Pontons. "Allerdings muss das Wasser dazu nicht abgelassen werden", betont Hartung. Der spektakuläre Hindernisparcours für Mountainbike-Slopestyle am Olympiaberg ist anders als bei den X-Games nicht mehr dabei.

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Anfang Oktober hatte der amerikanische Sportsender ESPN die OMG mit der Nachricht schockiert, die beiden weiteren vertraglich vereinbarten Veranstaltungen für 2014 und 2015 abzusagen. Die Argumente für diesen plötzlichen Schritt seien "rein wirtschaftlicher Natur", sagte Hartung damals.

Noch heute bedauert er die Entscheidung. Trotz mancher Kritik, die die mitunter gefährlichen Wettbewerbe begleiteten. Und trotz der Finanzen, denn das Projekt schrieb im ersten der drei geplanten Jahre keineswegs schwarze Zahlen. Aber die X-Games zogen wie gewünscht neues, vor allem junges Publikum in den etwas angestaubten Park.

Hartung erwartet viele Stars der Szene bei dem neuen Freestyle-Angebot, das noch keinen Namen trägt. Und erneut viele Zuschauer, wenn auch weitaus weniger als bei den X-Games. Mit etwa 40.000 Besuchern wäre er zufrieden. Über den Etat möchte der stellvertretende Geschäftsführer noch nichts sagen, allerdings hat der Veranstalter OMG einen Co-Partner gewonnen, der sich bereits gut im Olympiapark auskennt - es ist der Hauptsponsor des EHC München.

Der österreichische Getränkehersteller versucht, seine Präsenz gerade im Extremsport ständig zu erhöhen. Bei der neuen Veranstaltung im Olympiapark liegen die Motocross-Wettbewerbe komplett in seinen Händen - auch finanziell. Es ist gut möglich, dass auch dessen Haussender ServusTV einige Wettbewerbe überträgt.

"Das würde naheliegen", sagt Hartung, der bereits in Verhandlungen mit TV-Sendern ist. Noch steht der genaue Inhalt der Wettbewerbe nicht fest, er wird wie die anderen Details in den nächsten Wochen konkret. Aber man spürt, dass sie bei der OMG sehr froh sind, einen kleinen Nachfolger für die X-Games gefunden zu haben.