Die Opposition ist enttäuscht und hoffnungslos: Demokratische Reformen in Russland sind nicht in Sicht, denn FSB und Polizei unterdrücken und verhaften Demonstranten. Für eine Revolution braucht es noch viele mutige Menschen.
Die liberale Opposition in Russland ist verbittert und wenig optimistisch. Die Männer und Frauen, die sich in wachsender Zahl auf Moskaus Straßen gegen das Regime stellen, nur um Minuten später festgenommen zu werden, empfinden es als verfrüht, ja als naiv, von einer großen Hoffnung für ihr Land zu sprechen - nur, weil der Machtapparat des russischen Regimes Risse zeigt.
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Die manipulierten Wahlen seien leider keine echte Schlappe für Putin und Medwedjew, mahnen die demokratischen Parteien - auch wenn man sich das im Ausland und natürlich daheim wünschen würde. Denn die Stimmen, die Einiges Russland verlorengingen, sind an regierungsfreundliche Oppositionsparteien gegangen. Etwas anderes, ein sichtbares Erstarken der echten Opposition, hätte der Kreml nicht zugelassen.
Demokratische Reformen, um dem wachsenden Druck der Straße nachzugeben, sind daher wohl das Letzte, was jetzt zu erwarten ist. Vor der Präsidentschaftswahl im kommenden März droht Russland erst einmal "ein russischer Winter", wie ein Oppositionspolitiker sagte, und beileibe kein Arabischer Frühling.
Also greift Angst um sich, denn Polizei und FSB tun im Auftrag des Kreml, was der am besten kann: einschüchtern und unterdrücken. Dazu passt die Diktion Putins, das Ausland habe die Kritiker aufgewiegelt. Eine andere Rhetorik als die des Kalten Krieges und einen anderen Trieb als den der brutalen Machterhaltung hat dieses Regime nicht zu bieten. Eine Revolution ist, das wissen die liberalen Kräfte in Russland, in weiter Ferne. Nur langfristig besteht Hoffnung darauf, dass die Macht der Antidemokraten bröckelt. Dazu bedarf es noch vieler mutiger Menschen - und vieler Opfergänge.
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(SZ vom 09.12.2011/str/aho)
Partyzone Flußufer
"Für eine Revolution braucht es noch viele mutige Menschen."
Frau Kahlweit, warum wünschen Sie sich eine Revolution in einem Land mit dem Sie nichts zu tun haben?
Ich sehe in Ihrem Artikel, dass sie weder das Land noch die Mentalität der Menschen in Russland verstehen.
Warum also?
... wann endlich die Russen Politiker importieren, da sie doch anscheinend so wenige haben.
Übrigens DIN-mäßige Wahlurnen wär' auch nicht schlecht.
...denn wenn der russische Bär erst einmal erwacht dann gibt es Kleinholz. und die Splitter fliegen dann bis zu uns in Europa. Ist wie mit einem Vulkan des Krakatau-Typs. wenn sich lange genug Druck ansammelt, dann knallt es halt irgendwann - je länger der Druckaufbau desto lauter der Knall...
Herzlichen Dank für den Hinweis, wir haben das bereits korrigiert.
Beste Grüße,
Ihr sueddeutsche.de-Team
Den KGB gibt es nicht mehr. Der russische Geheimdienst heißt FSB. Da kann mal sehen, wie das Blockdenken die Hirne vernebelt. Nicht ganz so schlimm wie bei Rasmussen und seiner anachronistischen Antirussenclique... aber immerhin.
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