WahlwerbespotsDie am Gemüsestand sind die Guten, oder?

Bio-Käufer, tiefe Bässe und ein Typ im Hoodie: Auch kleine Parteien machen derzeit Wahlwerbung im Fernsehen.

Die Urbane. Eine Hip-Hop-Partei

Was man sieht: Eine derbe smoothe HipHop-Gang spielt im Wahlwerbespot der selbsternannten "HipHop-Partei" derbe smoothe Musik. Plötzlich unterbricht sie ihr Konzert. Das macht das Publikum wütend. Sie kündigt an, über Deutschland zu reden. Das macht das Publikum glücklich. Dann erzählen verschiedene Menschen mit unterschiedlichsten Hüten, Tattoos und Hautschattierungen, dass sie für Toleranz und gegen Diskriminierung sind.

Was rüberkommt: Jeder soll dieselben Rechte haben, egal woher er kommt. Nette Botschaft, das Problem ist nur: Man will schon nach dem ersten "Yo" aus Fremdschamgründen ausschalten. Denn das Ganze wirkt, als hätte ein Sozialarbeiter einige unmotivierte Teenager dazu gezwungen, dem Dorfbürgermeister zu zeigen, was für freche Projekte das örtliche Jugendzentrum so auf die Beine stellt. Von Luise Checchin

Bild: Die Urbane via Youtube 8. September 2017, 05:442017-09-08 05:44:23 © SZ vom 02.09.2017/khil