Sparmaßnahmen bei Öffentlich-Rechtlichen Intendant Bellut will ZDFkultur einstellen

ZDF-Intendant Thomas Bellut will ZDFkultur einstellen.

(Foto: dpa)

Das ZDF will freiwillig auf einen Kanal verzichten. Aufgrund von Sparmaßnahmen schlägt Intendant Thomas Bellut die Einstellung von ZDFkultur vor. Nicht mal zwei Jahre nach dem Start ist das Ende des Digitalkanals wohl beschlossene Sache.

Ein seltener Schritt für einen öffentlich-rechtlichen Sender: Wie das ZDF mitteilte, schlägt Intendant Thomas Bellut vor, den Digitalkanal ZDFkultur einzustellen. Anders könne man die von der Politik geforderten Sparmaßnahmen zur Beitragsstabilität nicht einhalten, so Bellut.

Der Sender solle - bis zur endgültigen Entscheidung der Bundesländer - so rasch wie möglich auf ein Wiederholungs- und Schleifenmodell umgestellt werden. Die "anerkannt innovativen Programmformate" - wie das ZDF sie nennt - übernehmen ZDFneo und 3sat. Die von den Kritikern viel gelobte Sendung "Roche & Böhmermann" war bereits im Januar abgesetzt worden.

Außerdem sollen laut Sender weitere Plattformredaktionen abgeschafft werden, um Kompetenzen zu bündeln und damit Synergien zu erhöhen. Die bislang von Guido Knopp geleitete Redaktion Zeitgeschichte wird mit der Redaktion, die "Terra X" produziert, zu einer Plattform Geschichte zusammengeführt. Die Redaktionen der Sendungen "Volle Kanne - Service täglich" und "WISO" sollen ebenfalls zu einer Plattformredaktion gebündelt werden.

Ob vielen Zuschauern der Kanal fehlen wird, ist fraglich. Im Gesamtpublikum lag der Marktanteil im Jahresdurchschnitt nur bei 0,1 Prozent. Auf denselben Wert kommt der Kulturkanal auch in der Zielgruppe.