sueddeutsche.de: Sie sagten einmal, Sie würden gerne eine Tageszeitung gründen. Welches Bild käme dann auf die Titelseite?
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Oliviero Toscani stilisierte Aids-Kranke, Magersüchtige oder gefallene Soldaten zu Models. Er inszeniert Realität - für den 68-Jährigen die einzige Wirklichkeit, die es gibt. (© Jaques Brinon)
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Toscani: Ich hätte eine Gruppe Redakteure, die den ganzen Tag lang nichts anderes tun würden, als Bilder zu editieren. Deswegen kann ich nicht sagen, was für ein Bild es sein würde. Aber es würde ein Bild sein, das Emotionen auslöst und überrascht.
sueddeutsche.de: Ist es das, was ein gutes Pressebild ausmacht?
Toscani: August Sander war meiner Meinung nach der beste Pressefotograf. Er inszenierte seine Motive: Er stellte die Menschen auf die Straße, in ihre Häuser und fotografierte sie. Er inszenierte eine Realität, er dokumentierte Deutschland.
sueddeutsche.de: Dokumentieren - steht das nicht im Gegensatz zu Inszenieren?
Toscani: Alles ist Dokumentation und Inszenierung zugleich. Erst wird inszeniert und die Inszenierung dann dokumentiert. Wenn ich ein Flugzeug mit einer Atombombe an Bord nehme, damit über München fliege, die Bombe abwerfe und anschließend die Stadt fotografiere: Ist das Inszenierung oder Realität?
sueddeutsche.de: Welche Rolle spielt Inszenierung in Kriegsgebieten?
Toscani: Ein Pressefotograf geht in den Krieg, fotografiert das Desaster von Leben, Tod und Blut. Seine Arbeit ist viel leichter, als ein Ei auf weißem Grund zu fotografieren. Denn dort ist alles schon "gemacht", alles inszeniert. Das ist einfach. Aber wenn man es selbst machen muss, selbst das inszenieren muss, was die condition humaine ausmacht, ist das sehr schwierig.
sueddeutsche.de: Wie würden Sie einen Politiker fotografieren?
Toscani: Es kommt darauf an, wen ich fotografiere. Ich muss ihn so aussehen lassen, wie ich über ihn denke. Wenn er ein Idiot ist, würde ich ein Bild von ihm machen, das ihn als Idioten zeigt. Berlusconi wird aussehen wie ein Idiot - so wie ich das für den Stern gemacht habe. Obama wahrscheinlich nicht. Er würde aussehen wie ein attraktiver Mann, klug und mit einigem Mut. Das ist meine persönliche Interpretation. Das ist genau das, was Fotografen tun sollten.
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(sueddeutsche.de/bgr)
Studie zur Beliebtheit der Deutschen
Offensichtlich löst das Auftreten zu Guttenbergs bei der SZ und auch bei einigen Bürgern heftige allergische Reaktionen aus. Kaum war er Minister, war diese Reaktion schon zu beobachten. Alles muss bei ihm inszeniert sein: Jeder Schritt, jedes Lächeln, jedes Wort. Schon vor einem Jahr konnte man hier eine Bildergalerie bewundern, betitelt: "Der inszenierte Minister". War die damalige Kampagne nicht erfolgreich genug?
Auf ein Neues, verehrte SZ und alles Gute. Ich weiß, dass Allergien schwer heilbar sind. Vielleicht hilft ein Blick aus dem Fenster auf die wunderschöne Alpenkette. Da relativiert sich Einiges.
"Die Bilder zeigen die lächerliche Seite Guttenbergs"
Sowohl in den Medien wie auch im politischen Geschehen konnte ich an Herrn Guttenberg noch keine andere Seite entdecken.
Klartext redet Herr G immer mit dem Hintergedanken einen tosenden Szenenapplaus zu erhaschen.
Er ist eben ein Großmeister der Inszenierung.
...hat er Recht der gute Herr Toscani. G. in seinen peinlichsten Momenten, gibts dann bestimmt auch bald als Bunte-Bildband...
Zitat: "Er schätzt die Inszenierung, seine Politik wird zum Theater". Ich teile diesen Eindruck über Herrn zG und einige seiner Kabinettskollegen. Die politische Substanz hat in den letzten Jahren an Bedeutung verloren, in einer Welt der "Promis" ist die Pose wichtig, das hat Herr zG begriffen.
Seine Chefin steht ihm da nicht nach, in der Foto-Berichterstattung über Konferenzen und Staatsbesuche nervt sie mit den immer gleichen Posen wie aus dem VHS-Körpersprache-Seminar: Finger nach oben, gen Himmel, mit den Händen gestikulierend, die Richtung weisend.
Meine Hoffnung ist, dass die Menschen das erkennen.
Die Freundschaft, die Herr zG lt. Boulevard mit dem Schauspieler Tom Cruise pflegt, kommt auch nicht von ungefähr, vermutlich haben die beiden viele Gemeinsamkeiten.
...dem geneigte Internetuser, der sich auf mehr als einer Zeitungsseite mit Informationen versorgt fällt schon auf, dass die SZ gerne mal versucht, bei zu Guttenberg ein paar Kratzer zu hinterlassen...Aber das ist ja alles ok, jeder, wie er es für richtig hält.
Man kann von den Bildern halten, was man will. Es ändert nichts an der Tatsache, dass der Minister einen guten Job macht und die seit Jahrzehnten überfällige BW-Reform in Gang bringt. Sollte es ihm gelingen, würden seinen Kritikern (nix geleistet...) der Wind aus den Segeln genommen.
Und zu dem Kommentar am Anfang: Interventionsarmee? Nur, weil 10000 statt 7000 Soldaten für Auslandseinsätze zur Verfügung stehen sollen? Scheint mir eher übertrieben, aber der unter den Kommentar gesetzte Link spricht ja schon für sich...
Paging