Radiosender FM4 "Rettet FM4!"

In Österreich bangen Hörer um das beliebte Jugendradio des ORF. Der Sender selbst dementiert Gerüchte, FM4 solle von der Regierung eingestellt werden - weil es den Bildungsauftrag nicht erfülle.

Von Christoph Fuchs

Wird die Jugendwelle des ORF eingestellt? Dieses Gerücht macht dieser Tage in Österreich die Runde, ausgelöst durch einen Bericht im Wiener Stadtmagazin Falter. Der Bericht beruft sich auf vertrauliche Informationen, wonach bei einer Sitzung im ORF geplante Umbaumaßnahmen in Frage gestellt worden seien mit Verweis darauf, dass die neue Regierung den Sender FM4 im Jahr 2019 einstellen wolle. Als Begründung, so der Falter, sei die Nichterfüllung des Bildungsauftrags genannt worden. Der Sender selbst hat das inzwischen dementiert: "Im ORF gibt es keine Diskussionen zu einem Aus von FM4", so Hörfunkdirektorin Monika Eigensperger, der Sender sei "ein überaus essenzieller Teil der ORF-Radios". Aus dem Büro von Kultur- und Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) hieß es in österreichischen Medien, man wolle sich nicht mit Gerüchten ohne Grundlage beschäftigen.

Kritik am Sender kam von der FPÖ, für den ORF ist er aber "essenziell"

FM4 steht für ein Programm, in dem die heimische alternative Musik-Szene eine große Rolle spielt, das aber auch zu politischen Themen Stellung bezieht. Das war zuletzt etwa dem Mediensprecher der rechtspopulistischen FPÖ, Hans-Jörg Jenewein, missfallen. Er hatte kritisiert, dass FM4 in den sozialen Netzwerken das Bild eines Demonstrationsplakates mit der Aufschrift "Kurz=Furz" geteilt hatte. Die FPÖ bildet seit Dezember mit der ÖVP die Regierung und hatte Veränderungen am öffentlich-rechtlichen System angekündigt.

Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Gerüchte wurde die Online-Petition "Rettet FM4!" gestartet, die inzwischen mehr als 17 000 Unterstützer gefunden hat. Mitinitiiert wurde sie vom Verein "Reporter ohne Grenzen" in Österreich. Für dessen Präsidentin Rubina Möhring ist das Thema trotz des Dementis noch nicht erledigt: "Das Personalkarussell fängt nach dem Regierungswechsel erst langsam an, sich zu drehen", so Möhring, "und auch wenn die Zukunft von FM4 bisher in den Gesprächen der Entscheidungsträger nur in Nebensätzen erwähnt worden sein mag, kann daraus dann schnell ein Hauptsatz werden."

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