Kai Diekmann und die Telekom "Hinten anstellen"

"Bild"-Chef Kai Diekmann hat sich beim Telekom-Boss über seine horrende Roaming-Rechnung beschwert - doch für René Obermann ist er ein Kunde wie jeder andere.

Interview: Marc Felix Serrao

100 Tage lang war Kai Diekmann als Blogger aktiv, von Oktober 2009 bis Februar 2010. Sein Publikum ließ der Bild-Chefredakteur unter anderem an einer mehrtägigen Marokko-Reise teilhaben. Das wurde teurer als erwartet, wie sich nun herausstellte.

Bild-Chef Kai Diekmann hat Ärger wegen seiner Telefonrechnung.

(Foto: ag.ddp)

SZ: Herr Diekmann, wie schafft man es, in drei Tagen eine Telefonrechnung von mehr als 40.000 Euro anzuhäufen?

Diekmann: So was kommt davon, wenn ein Chefredakteur im Urlaub bloggt. Aber die Höhe hat mich natürlich umgehauen. Deshalb war ich auch so hinterhältig, die Gunst der Stunde zu nutzen, als René Obermann bei unserer Managementtagung einen Vortrag hielt und Fragen aus dem Publikum zugelassen waren.

Da habe ich mich nach Roaming-Gebühren im Allgemeinen und Speziellen erkundigt - nämlich nach meinen eigenen. Vor allem will ich sicher sein, dass meine Frau nicht heimlich 50er-Jahre-Liebesschnulzenfilme aus dem Netz geladen hat.

SZ: Welche Hilfe hat Ihnen Telekom-Boss Obermann zugesagt, als Sie um Unterstützung gebeten haben?

Diekmann: Leider keine. Vielmehr hat er mich vor versammelter Mannschaft daran erinnert, dass ich beziehungsweise mein Arbeitgeber ganz normale Beschwerdeführer sind. Das heißt: hinten anstellen.

SZ: Wie lange müssen Sie arbeiten, um 40.000 Euro zu verdienen?

Diekmann: Das habe ich mich auch sofort gefragt. Zum Glück hat mein großartiger Verlag, auf den ich mich immer verlassen kann, die Kosten für den Blog übernommen.