"Dschungelcamp"-Autor Micky Beisenherz "Ein fester Job wäre ein Ausschlusskriterium"

Dschungelcamp-Autor Micky Beisenherz

Seit 2009 schreibt Micky Beisenherz die bissigen Kommentare für die Moderatoren des Dschungelcamps. Ein Gespräch über Trash-TV, den Tagesablauf in der Wildnis und Hans-Peter Friedrich.

Von Matthias Kohlmaier

Es ist wieder so weit, am Freitagabend geht bei RTL "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" in die achte Staffel. Es werden wieder Känguruhoden auf den Tisch kommen und mäßig prominente Teilnehmer werden alles geben, um sich ordentlich in Szene zu setzen. Garniert wird das Ganze von den süffisanten Kommentaren der Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich. Die müssen sich ihre Zoten natürlich nicht selbst ausdenken, dafür ist unter anderem Micky Beisenherz da. Seit 2009 schreibt er Texte für die Dschungelcamp-Moderatoren, nebenbei arbeitet er auch für die "heute-Show" und betreibt online gemeinsam mit Stefanie Werner ein wöchentliches Mini-Format mit den Titel "Halt die Klappe".

SZ.de: Herr Beisenherz, wie landet man als Gag-Autor beim Dschungelcamp?

Micky Beisenherz: Mein Freund Oli Haas hat mich gefragt, ob ich nicht sein Flügelmann in Australien sein will. Wir hatten davor schon in diversen anderen Projekten zusammengearbeitet, da war ich natürlich von dem Angebot hellauf begeistert. Zumal ich schon vorher großer Fan von Ich bin ein Star, holt mich hier raus! war.

Von der Freundschaft zu Jens Oliver Haas abgesehen: Was hat den Job für Sie reizvoll gemacht?

Was ich an der Sendung schon immer sehr geschätzt habe, war die sprachliche Qualität der Moderation. Speziell in der dritten Staffel fand ich es bewundernswert, dass die Verantwortlichen aus absolut nichts, was im Camp passiert ist, so viel Sendung gemacht haben. Dementsprechend freut es mich, das Ganze jetzt ein bisschen mitprägen zu dürfen.

Sie halten das Dschungelcamp also nicht für Trash-TV?

Überhaupt nicht. Ich finde es vielmehr sehr erfreulich, dass die Anzahl derer, die merken, dass es kein Trash-TV ist, immer größer wird.

Wie hebt sich das Dschungelcamp denn von anderen trashigen RTL-Formaten wie Bauer sucht Frau oder Schwiegertochter gesucht ab?

Mit derlei Formaten kann man es gar nicht vergleichen. Generell galt im Fernsehen im Jahr 2013 häufig das Prinzip: Wir fahren irgendwelche Leute irgendwohin und die machen dann irgendwas, das irgendwer gucken soll. Und genauso hat das dann auch ausgesehen.

Sie sprechen vom Sat-1-Flop Promi Big Brother.

Ich spreche von ganz vielen Formaten. Das Publikum ist ja nicht doof und sieht Sendungen durchaus an, ob sie gut gemacht sind. Bei Promi Big Brother wurde bewusst auf Autoren verzichtet. Das Ergebnis war dann wie ein zweiwöchiger Imagefilm für die Autorengilde.

Michael Wendler und Co. - wer in den Dschungel geht

Für das Dschungelcamp 2014 stehen die Teilnehmer fest. In den RTL-Dschungel gehen: Michael Wendler, Corinna Drews, Jochen Bendel und andere. mehr...

Wie unterscheiden sich Texte der Dschungelcamp-Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich von dem, was bei vergleichbaren Sendungen passiert?

Wir machen etwas, was andere offensichtlich noch nicht begriffen haben oder nicht wollen: Man muss auch mal den Fuß vom Gas nehmen und einen Moment der Ruhe zulassen. Zusätzlich hilft es, nicht zehn völlig verhaltensauffällige Charaktere da runterzukarren. Der Mix muss bei den Protagonisten stimmen, das macht die Sendung erst spannend.

Identifizieren Sie sich als Autor mit Ich bin ein Star, holt mich hier raus! genauso wie beispielsweise mit der heute-Show, für die Sie auch Texte schreiben?

Natürlich, sonst würden wir ja dieses Gespräch nicht führen. Und wenn ich für den Job beim Dschungelcamp mit Steinen beworfen wurde, dann habe ich die gerne entgegengenommen. Genauso wie die Lobhudeleien.