Deutsche "Huffington Post" Zahlen, bitte

Die Huffington Post berichtet in ihrer englischen Ausgabe über niedrige Löhne. Der DJV ermahnt nun das Online-Portal, seine Berichterstatter ausreichend zu vergüten.

(Foto: Screenshot der Huffington Post)

Wenige Redakteure und viele unbezahlte Blogger - nach diesem Prinzip arbeitet die "Huffington Post", die noch in diesem Jahr mit einer deutschen Newssite Flagge zeigen will. Der Deutsche Journalistenverband organisiert schon jetzt den Widerstand gegen die "Kostenlosmentalität", die seiner Meinung nach bei dem Portal herrscht.

Noch vor dem Start der deutschen Version des Online-Portals Huffington Post, appelliert der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) an die Tomorrow Focus AG, ein "akzeptables Honorarmodell" zu schaffen. Auf einen vermuteten Werbeeffekt zu setzen als Rechtfertigung dafür, dass Journalisten für ihre Arbeit nicht angemessen bezahlt werden, sei inakzeptabel, schreibt der Verband in seinem DJV-Blog. Die bei ihm organisierten freien Journalisten forderte der DJV über Twitter zudem auf, sich an Aktionen gegen die "Kostenlosmentalität" zu beteiligen.

Das Münchner Unternehmen, das zum Burda-Verlag gehört, hat angekündigt, die Huffington Post, benannt nach Gründerin Arianna Huffington, nach Deutschland zu bringen.

In den USA schreiben vor allem unbezahlte Blogger für das Portal, die massenweise Inhalte schaffen. Dem gegenüber stehen einzelne herausragende Texte, zum Beispiel Kriegsberichterstattung, die das Image des Portals aufwerten. Ihre Umsätze generiert die kostenfrei nutzbare Webseite mit Werbeeinblendungen.

Die als linksliberales Politikblog gestartete Huffington Post war vor zwei Jahren von AOL für 315 Millionen Dollar gekauft worden. In Deutschland sucht die News-Seite derzeit 15 Journalisten. Die Ziele von AOL und Huffington sind ambitioniert: In zwei Jahren soll der deutsche Ableger auf dem hart umkämpften deutschen Markt schwarze Zahlen schreiben, in fünf Jahren soll er zu den Top-Fünf der deutschen Nachrichtenseiten zählen.

Globale Expansion

Die Seite versteht sich zugleich als Nachrichtenportal als auch als Plattform für Meinungsbeiträge und Blogs. In ihrer globalen Expansionsstrategie ist Deutschland nur ein Markt von vielen. Im Mai soll die japanische Version starten. Im Visier hat die Huffington Post zudem bereits Indien, Brasilien, Russland, Südkorea und Australien. Neben ihrem Heimatmarkt in den USA ist die Huffington Post bereits in Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien vertreten.