Boris Becker gegen "Die Aktuelle" Wahre Freunde?

Streitet mit der Regenbogenpresse: Boris Becker.

(Foto: Getty Images)

Boris Becker wehrt sich gegen das Klatschblatt "Die Aktuelle", die über eine Krebserkrankung einer angeblichen Freundin berichtet hatte. Der ehemalige Tennisprofi bekommt zwar recht, entschieden ist damit aber noch lange nichts.

Von Ekkehard Müller-Jentsch

Seine sportlichen Erfolgen mögen vorbei sein, doch der Klatschpresse ist Boris Becker immer noch Titelseiten wert. So wie bei Die Aktuelle im Mai. "Boris Becker" stand da in großen Buchstaben. Und noch viel größer: "Leber-Krebs!" Kleiner darunter die Zeile: "Verzweifelte Tränen um seine Freundin."

Am Mittwoch wurde vor der Pressekammer am Landgericht München I darum gestritten, ob das Magazin eine Gegendarstellung drucken muss - und zwar auf der Titelseite. Die Entscheidung des Gerichts kann Becker wie ein Tennismatch betrachten: Den ersten Satz hat er nach der Urteilsverkündung am Mittwochnachmittag gewonnen - doch entschieden wird das Spiel nicht vor dem zweiten Satz, in diesem Fall der Berufung vor dem Oberlandesgericht.

Definition von Freundschaft

Die Pressekammer hatte das zur Funke Woman Group gehörende Blatt bereits per einstweiliger Verfügung zum Abdruck der Gegendarstellung verpflichtet: "Ich habe und hatte keine Freundin, die an Leberkrebs erkrankt ist." Becker hatte nach eigener Erklärung lediglich per Twitter der Familie einer in seiner Nachbarschaft verstorbenen und in Deutschland eher unbekannten Tennisspielerin kondoliert.

Gegen die Verfügung hat Die Aktuelle Widerspruch eingelegt. Medienanwalt Gero Himmelsbach argumentierte dafür, die Schlagzeile als Meinungsäußerung der Redaktion zu bewerten - mit einer Gegendarstellung kann man sich nur gegen eine Tatsachenbehauptung wehren. Von "Freundschaft" habe aber jeder seine eigene Vorstellung, so der Anwalt. Medienanwältin Theresa Arand winkte ab: Der Leser glaube, es handele sich hier um eine echte Information der Redaktion - und nicht um deren Meinung.