Bilder aus Krisenregionen bringen uns die Konflikte nahe. Doch inwieweit sind sie inszeniert? Was sind die journalistischen Maßstäbe vor Ort? Eine Bestandsaufnahme.
Schießende Rebellen, Rauch und dramatische Schreie - Bilder aus Ägypten, Libyen und anderen Krisenregionen zeigen eindrücklich die dortigen Konflikte, bebildern sie und bringen sie so dem Fernsehzuschauer oder auch dem Zeitungsleser nahe. Konflikte werden anschaulich, erfassbar, bekommen konkrete Bilder.
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Bilder aus Gefechtssituationen. Journalistische Berichterstattung wie in Libyen birgt Gefahren für Reporter und Kameraleute. Doch ist eine Inszenierung eine Alternative. Nein, sagen die Verantwortlichen bei der ARD und dem ZDF - und auch RTL-Reporterin Antonia Rados berichtet von der Bildbeschaffung an der Front. (© dpa)
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Doch sind die Aufnahmen von Gefechthandlungen bisweilen inszeniert? Tagesschau-Redakteur Helmut Scheben vom Schweizer Fernsehen (SF) behauptet dies nun auf der Onlineseite journal21.ch. Unter dem Titel "Die meisten Bilder sind gestellt" schreibt er, jedem sei klar, "dass ein Kameramann oder eine Kamerafrau keine Kampfhandlungen aus der Nähe filmen kann, es sei denn sie sind lebensmüde." Und weiter: "Es muss hin und wieder für die Kamera geschossen werden." Diese inszenierten Aufnahmen oder gar Montageaufnahmen würden es immer wieder sogar in "seriöse Sender wie SF, ARD, ZDF und ORF" schaffen, erklärte er später in einem Interview mit dem Zürchner Tages-Anzeiger.
Wie weit aber darf ein Journalist in einem Krisengebiet gehen? Was ist gestellt, was ist noch erlaubt? Verhält sich ein Aufständischer vielleicht ohnehin anders, als wenn ihn kein Kamerateam begleiten würde?
Natürlich würden Rebellen sich über die Anwesenheit von Journalisten und Fotografen freuen, erklärt Marc Hofer. Der freie Fotograf war gerade in Libyen unterwegs und erklärt ganz klar: "Inszenierte Bilder sind kein Fotojournalismus." Wenn allerdings Fotos zu perfekt und clean seien, könnte man sich schon so seine Gedanken machen. Dann hatte der Fotograf an der Frontlinie wohl auffallend viel Zeit. Das scheint unrealistisch, vielmehr gilt: Hin, ein paar Fotos schießen und schnell wieder weg, so Hofer. Doch gerade in Libyen hat er Fotoinszenierungen nicht erlebt.
Auch bei der großen Fotoagentur Reuters gilt das als absolutes Tabu. Dort, so heißt es im Konzern, wäre ein wie auch immer gestelltes Foto ein absoluter Kündigungsgrund. Das sieht man auch bei der ARD nicht anders. ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke sieht das "puristisch". Auch er lehnt inszenierte Bilder ganz klar ab. "Jeder, der einmal mit einem Team draußen war, weiß, dass man an einer Baustelle einen Arbeiter schon mal bittet, noch einmal den Zementsack von A nach B zu tragen. Aber da bleibt der Vorgang dennoch authentisch. In einer Kampfhandlung ist das jedoch absolut nicht legitim, weil es kein Gefecht zeigt, wenn Leute in die Luft schießen."
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Umweltstiftung WWF in der Kritik
Wenn ich mir die propagandistisch-einseitige Berichterstattung z.B. auch des ZDF so anschaue, dann kann ich über den angeblichen Anspruch der Wahrheit verpflichtet zu sein nur lachen.
Kritische Berichte gibt es zur Zeit nur auf Russia Today (RT).
Und was die Bilder betrifft: Man will uns doch nicht weißmachen, die Idioten, die mit Pick-Ups herumfahren und tatsächlich ständig ungezielt herumballern, oder eben vor Freude in die Luft ... DAS seien die Kämpfer der Rebellen ...
Die echten "Rebellen" sehen vermutlich so aus wie die afghanischen "Terroristen". Oder sind gleich verkleidete Special Forces.
Es gab mal eine Ausstellung (und einen Film auf arte kürzlich) über politische Fake-Fotos und Filme in der Vergangenheit. Ganz zu schweigen vom gedruckten Wort!
Die Zeiten sind nicht besser geworden, eher ist die Quantität der Lügen gestiegen. Welche Zeitungen haben in D (und wohl auch in GB) die größte Auflage? Natürlich die mit den meisten Lügen, Fakes, Irrtümern, ausgedachten Geschichten.
Das war schon im Weltkrieg II so.
Nicht nur Journalisten, auch deren Bilder lügen.
weiß, dass man an einer Baustelle einen Arbeiter schon mal bittet, noch einmal den Zementsack von A nach B zu tragen. Aber da bleibt der Vorgang dennoch authentisch."
Und wenn der Zementsack die Kontouren eines Menschen hat, dann bittet man den Aufständischen, auf diesen zu schießen - auch authentisch.
Das Stellen von Aufnahmen habe ich schon während des Bosnienkrieges erlebt. Die Kombattanten haben gerne geholfen und nur einen kleinen Unkostenbeitrag verlangt. Der handelsübliche Preis war damals eine D-Mark für jede verschossene Kalashnikov-Patrone....
Paging