Auftritt bei "Anne Will" Der größte Fan von Heiko Maas ist sein Pressesprecher

Sie sehen: Bundesjustizminister Heiko Maas. Sie sehen nicht: seinen Pressesprecher und drei weitere Mitglieder seines Presseteams, die am Sonntag ebenfalls im Studio von Anne Will waren.

(Foto: dpa)

Zumindest konnte man diesen Eindruck am Sonntagabend bei "Anne Will" bekommen. Dort klatschte der Ministersprecher so laut und einsam, dass es auffiel.

Von Bernd Dörries

Der Pressesprecher arbeitet für Leute, die keine Zeit haben, dauernd selbst mit der Presse zu sprechen, oder auch keine Lust. Pressesprecher waren früher oft selbst Journalisten, weshalb sich manche von ihnen nun offenbar eignen, von einer eher kritischen Haltung zur Welt in eine Umgebung zu wechseln, in der es oberstes Ziel ist, die jeweilige Institution in möglichst gutem Licht erscheinen zu lassen.

Normalerweise wird diese Tätigkeit aus dem Büro erledigt, es werden Journalisten mit Zahlen, Statistiken oder Interviewterminen versorgt. Manchmal muss der Pressesprecher aber auch an die Front, entweder, um tatsächlich selber in ein Mikrofon zu sprechen, oder um in den Talkshows der Republik den Chef zu bejubeln. Redaktionen berichten davon, dass viele Gäste ihre eigenen Claqueure gleich mitbringen.

"Anklatschen", nennt man das bei den Fernsehleuten: Andere Zuschauer sollen zum Mitklatschen ermuntert werden. Das braucht Fingerspitzengefühl.

Der Sprecher von Bundesjustizminister Heiko Maas klatschte bei Anne Will so laut und einsam, dass es Will nach dem dritten Mal zu bunt wurde: "Begrüßen wir auch noch mal den Sprecher von Herrn Maas, der hier immer am lautesten klatscht." Der Sprecher machte ein etwas gequältes Gesicht und legte die Hände in den Schoß.

Genauso taten es seine drei Kollegen aus der Pressestelle, die ebenfalls zur Unterstützung angereist waren.

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