ARD-Moderatoren Plasberg lästert über Jauch

Startete 2001 im WDR mit seiner Talkshow "Hart aber fair": Frank Plasberg.

(Foto: dpa)
  • ARD-Moderator Frank Plasberg zieht in einem Spiegel-Interview über seinen Kollegen Günther Jauch her. Er sieht das Scheitern von dessen Sonntagabend-Talkshow in der Person Jauchs begründet.
  • Plasberg kündigt zudem an, sich in ein paar Jahren von "Hart aber fair" zurückziehen zu wollen.

Hartes Urteil über Jauch

Polittalker Plasberg sieht das Scheitern der Talkshow von Günther Jauch in dessen Person begründet. "Du kannst nicht der gefühlte Bundespräsident sein und ein kantiger ernster Journalist", sagte er dem Nachrichtenmagazin Spiegel.

Erfolglosigkeit sieht anders aus

Nach vier Jahren kündigt Moderator Günther Jauch seinen Rückzug aus der ARD an. Warum, sagt im Moment keiner offen. Die Talkflut jedenfalls dürfte sich damit erledigt haben. Von David Denk und Claudia Tieschky mehr ...

"Ich beneide Günther Jauch", erklärte Plasberg weiter. Jauch sei so alt wie er und habe einen Jungens-Charme, mit dem er machen könne, was er wolle. "Diese Reflexe, dieser Dackelblick, dem kann keiner böse sein. Aber das alles lässt sich eben nicht vereinen mit der Aufgabe eines konsequenten Fragers, der nicht die Sympathien auf sich zieht, der eher wie ein Oberlehrer oder arrogant daherkommt", sagte Plasberg.

Plasberg will nicht ewig weitermachen

Seine Sendung "Hart aber fair", die im Jahr 2001 im WDR startete und seit 2007 in der ARD läuft, will Plasberg in einigen Jahren an einen anderen Moderator abgeben: ",Hart aber fair' ist die einzige politische Talkshow, die nicht nach ihrem Moderator benannt ist, und das ist auch Programm." Seiner Ansicht nach seien Sendung und die Marke stärker als das Gesicht des Moderators.

"Ich finde, dass das deutsche Fernsehen eine pointierte und engagierte Sendung braucht, und ob ich die moderiere oder nicht, ist die zweite Frage", sagte Plasberg. Sofort aufhören wolle er aber nicht: "Man muss ja nicht gleich morgen ein Casting starten. Aber in ein paar Jahren könnte mal ein anderer ran."

Sticheleien auch gegen Illner

Über seine eigene Situation sagte Plasberg: "Jetzt bin ich eben endgültig Deutschlands zweitwichtigster Talker. Pardon, Frau Illner, vielleicht auch der drittwichtigste."