Studie Frauen wollen größere Brüste, Männer straffere Lider

Ein Schönheitschirurg bereitet einen Eingriff am Bauch einer Patientin vor.

(Foto: AFP)
  • Die Brustvergrößerung ist einer Studie zufolge wieder die beliebteste Schönheits-OP unter weiblichen Patienten.
  • Männer lassen sich am häufigsten Fett absaugen und die Augenlider straffen.
  • Außerdem werden Patienten, die sich Schönheits-OPs unterziehen, der Befragung zufolge immer älter.

Brustvergrößerungen sind wieder beliebt bei Frauen, die Patienten werden immer älter, nach wie vor lassen sich mehr Frauen als Männer operieren. Ihr Beziehungsstatus ist deutlich öfter "liiert oder verheiratet" als "single".

An einer Befragunger Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) haben 1005 Patienten von Mitgliedern des Verbandes teilgenommen. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ. Trends lassen sich nur unter denjenigen ablesen, die sich einer Schönheitsoperation unterzogen haben.

Beliebteste Schönheits-OP: Der Klassiker

Mehr als ein Fünftel - 20,4 Prozent - der befragten Frauen haben sich die Brüste mit Implantaten vergrößern lassen - ein für die DGÄPC überraschender Trend. Nach dem Skandal um minderwertige Implantate des Herstellers PIP im Jahr 2013 gingen die Zahlen zurück und wachsen jetzt erstmals wieder. Weniger beliebt als im Vorjahr sind bei Frauen hingegen Bruststraffungen (5,6 Prozent) und Nasenkorrekturen (4,2 Prozent).

Männer lassen sich die Lider straffen und Fett absaugen

An zweiter Stelle im Gesamt-Ranking folgt die OP, die gleichzeitig bei den Männern am beliebtesten ist: Lidstraffung. Etwa ein Fünftel der männlichen Befragungsteilnehmer gaben an, sich 2015 diesem Eingriff unterzogen zu haben. Im Frauen-Ranking landet die Lidstraffung auf Platz zwei. Männer nennen als zweitbeliebteste Operation die Fettabsaugung.

Die belegt im geschlechterübergreifenden Ranking Platz drei. Es folgen Hals-Stirn, und Facelift, Bauchdeckenstraffung, Bruststraffung, Lippen-, Nasen- und Intimkorrektur. Den letzten Rang belegt die Brustverkleinerung.

Bei den weniger risikoreichen Eingriffen ohne Operation liegt die Behandlung mit Botox vorne. Knapp 13 Prozent haben sich der Studie zufolge im vergangenen Jahr mit dem Nervengift behandeln lassen.

Männertrend geht zurück

Mit 86 Prozent lassen sich nach wie vor deutlich mehr Frauen als Männer für rein ästhetische Zwecke operieren. Während seit 2010 immer mehr Männer Schönheits-OPs durchführen ließen, wurden es ab 2013 (17,1 Prozent) wieder weniger. "Von einem Männertrend können wir nicht mehr sprechen", sagt DGÄPC-Präsident Dr. Sven von Saldern. 2015 waren nur 13,5 Prozent der Befragten an männlich.

Patienten werden älter, jüngere gehen mehr Risiken ein

Im Durchschnitt sind Patienten von Schönheits-OPs dieses Jahr 42,5 Jahre alt und damit etwa vier Jahre älter als noch 2010. Dieser Trend setze sich weiter fort, sagt Saldern: "Wir haben immer ältere Patienten". Bei Brustvergrößerung, Intim-, Nasen- und Lippenkorrektur sowie Bruststraffung liegt das Durchschnittsalter zwischen knapp 32 und etwa 38 Jahren. Ab einem Durchschnittsalter von 48 Jahren sind verschiedene nichtinvasive Formen der Faltenbehandlung beliebt.

Warum Schönheits-OP?

Die Studie fragte auch nach der Motivation der Patienten, sich ästhetisch-plastischen Eingriffen zu unterziehen. Wenig überraschend fällt der Begriff "Aussehen" dabei am häufigsten. Es gehe aber auch um Lebensqualität. Die Patienten hätten außerdem Schlagworte wie "Wohlbefinden", "Selbstsicherheit"" und "ein besseres Körpergefühl" genannt.