Reportage Hautnah

Eine optische Wiedererweckung: Die Gesichtsrekonstrukteurin Constanze Niess bestückt einen Schädel mit Weichteilmarkern.

(Foto: Picture Press/Jens Koch)

Wenn eine unbekannte Leiche gefunden wird, ist Constanze Niess oft die letzte Hoffnung für die Polizei. Sie rekonstruiert Gesichter besser als jeder Computer - mit Plastilin und einer Mischung aus "Kunst und Wissenschaft".

Von Susan Vahabzadeh

Kann man in einem Schädel den Menschen wiedererkennen, dem er einmal gehört hat? In Tania Blixens "Sieben phantastische Geschichten" findet sich auch jene vom alten Baron von Brackel. Der alte Mann erzählt, wie er 1889 nach Paris kommt und einen Künstlerfreund besucht - in dem Schädel, den dieser in seinem Atelier malt, glaubt der Baron, eine frühere Geliebte zu erkennen.

Das klingt makaber. Wenn Constanze Niess erklärt, warum sie gern den Originalschädel auf dem Holztisch liegen hat, an dem sie ...