Magersucht Hirnstudie legt gestörtes Selbstbild nah

Dass sich selbst sehr schlanke Frauen zu dick finden, könnte an Veränderungen im Gehirn liegen, die die Selbstwahrnehmung beeinflussen.

Frauen mit Magersucht weisen charakteristische Veränderungen im Gehirn auf. In einer Studie entdeckten Forscher der Universität Bochum eine deutlich reduzierte Dichte grauer Zellen in zwei Hirnregionen, die mit der Verarbeitung von Körperbildern zu tun haben. Dies könnte die gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers bei Frauen mit der Essstörung erklären, die sich selbst bei Untergewicht für zu dick halten.

Die Forscher untersuchten insgesamt 30 magersüchtige und gesunde Frauen ähnlichen Alters. Die Probandinnen sollten zunächst am Computer ihre Figur einer von mehreren unterschiedlich schlanken Silhouette zuordnen. Dann folgte eine Einschätzung durch mehrere weibliche Testpersonen.

Die Ergebnisse belegen die gestörte Selbstwahrnehmung der Magersüchtigen: Während sich gesunde Kontrollpersonen tendenziell eher zu schlank einschätzten, ordneten sich die Patientinnen korpulentere Silhouetten zu.

Bilder im Kernspintomografen zeigten dann, dass die graue Substanz in zwei Regionen deutlich verringert war. Eine davon ist vorrangig für die visuelle Verarbeitung von menschlichen Körpern zuständig ist.

Auch das andere Areal im oberen, hinteren Teil des Schläfenlappens ist nach Angaben der Universität an der Verarbeitung von Körperbildern beteiligt. "Die Ergebnisse, die wir in dieser Studie zum ersten Mal gesehen habn, könnten eine Erklärung für das gestörte Körperbild von Anorexie-Patienten sein", sagt Studienleiter Boris Suchan.