Als Chefdesigner von Chanel kümmert sich Karl Lagerfeld um die Haute Couture. Jetzt beweist der Modezar sein Herz für Fashionistas mit knappem Budget. Im Frühjahr präsentiert er eine erschwingliche Kollektion - nicht auf dem Laufsteg, sondern im Netz.

Da werden die stil- und preisbewussten Massen jubeln: Modezar Karl Lagerfeld will mit "KARL" eine erschwingliche Kollektion auf den Markt bringen. Das neue Label soll ganz im Zeichen des Fashionstars stehen, Logo werde die unverkennbare Silhouette Lagerfelds - ein Kopf mit dunkler Brille und Haarzopf -, teilte die Lagerfeld-Gruppe mit.

Bild vergrößern

Designermode trotz knapper Kasse? Kar Lagerfeld, hier bei der Chanel Fashion-Show in Paris, hat sich da was überlegt. (© AP)

Anzeige

Direktor der neuen Marke soll der Deutsche Pier Paolo Righi werden. Er war zuvor bei Nike und Tommy Hilfiger tätig. Chanel-Chefdesigner Lagerfeld will im Frühjahr 2012 zunächst mit einer Damen-Kollektion und den passenden Accessoires starten. Eine Herren-Kollektion soll dann später folgen.

Bis Lagerfeld seine eigene E-Commerce-Website für KARL entwickelt hat, finden die interessierten Kundinnen das Label über die Internet-Plattform NET-A-PORTER, die zunächst den Verkauf abwickeln soll. Später soll die neue Modelinie auch in ausgewählten Boutiquen weltweit vertrieben werden.  Auch eine weitere Prêt-à-Porter-Linie hat Lagerfeld schon in der Pipeline. Unter dem Namen "KARL LAGERFELD PARIS"  soll diese im Herbst 2012 vorgestellt werden.

Lagerfeld - nach unterschiedlichen Angaben 71 oder 76 Jahre alt - ist immer wieder für eine Überraschung gut. Bereits 2004 entwarf er eine Kollektion für die schwedische Modekette H&M, die Kunden rissen sich förmlich um die Stücke. Anschließend zeigte Lagerfeld sich allerdings verärgert. Es sei peinlich, dass H&M durch die Limitierung der Auflage so viele Leute verstimmt habe, klagte er. In den vergangenen Jahren galt Lagerfelds Hauptaugenmerk den gehobenen Prêt-à-Porter-Kollektionen und der Haute Couture. Höchste Zeit also, mal wieder die Herzen und Kleiderschränke seiner Kundschaft mit schmalerem Budget zu erobern.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Wüste bebt

Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...

(sueddeutsche.de/dpa/sks/leja)