Warum nur brauchen Frauen so unglaublich viele Worte? Und kommen doch nie auf den Punkt.
Egal ob Frau oder Mann, für die Kommunikationstechnik beider Geschlechter gilt: Sie können nichts dafür, sie sind schon so auf die Welt gekommen. Studien haben ergeben, dass weibliche Embryos bereits im Mutterleib ihre Kiefer um 30 Prozent häufiger bewegen als männliche. Soziologen fanden heraus, dass Frauen eine tägliche Wort-Emission von rund 23.000 Wörter vorzuweisen haben, Männer bringen es gerade einmal auf 12.000. Während wir also noch munter drauflosplappern, wedelt er bereits erschöpft mit der weißen Fahne und wartet darauf, dass das abendliche Fernsehprogramm ihn von seiner Redepflicht befreit und er Kraft tanken kann für einen neuen Tag mit weiteren 12.000 Worten, die gesprochen werden wollen.
Es muss schon viel passieren, bis einer Frau die Worte fehlen... (© Foto: iStock-Fotos/sueddeutsche.de)
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Man könnte nun vorschnell urteilen und behaupten, Männer seien eben sprechfaul. Vielleicht sollten wir aber auch endlich begreifen, dass sie gar nicht so viel reden müssen, weil ihre Kommunikation effektiver ist. Den meisten Männern behagt es nunmal nicht, Gespräche um ihrer selbst willen zu führen, so ganz ohne Ziel. Deshalb haben sie sich angewöhnt, sich auf die Sache zu konzentrieren und das Drumherum wegzulassen. Frauen hingegen könnten ihre Gespräche ausschließlich mit diesen Drumherums bestreiten. Sie lieben es, über Dinge zu sprechen, die man weder kaufen noch sehen noch anfassen kann (Ausnahme: Klamotten). Dass sie das immer und überall können, macht Männern Angst.
Deshalb ist es auch nicht fair, den Männern immer nur vorzuwerfen, dass sie nicht richtig zuhören. In Wirklichkeit gehen Männer beim Zuhören selektiv vor. Und warum? Weil die Frauen zu viel Überflüssiges reden. Männer werden quasi dazu gezwungen, wegzuhören, damit sie nicht in dieser Wortflut ertrinken. Wir haben erkannt: Frauen erzeugen beim Reden Unmengen an Sprachmüll und missbrauchen Männer als Allesfresser und Resteverwerter. Dass weibliche Informationen derart aufwändig in nutzlose Details verpackt sind, könnte man aus männlicher Sicht geradezu als verbale Umweltverschmutzung bezeichnen. Frauen, nehmt euch ein Beispiel an den Männern: Haltet hin und wieder mal die Klappe oder beschränkt euch auf Informationen mit Mehrwert. Und seid lieber froh, dass sie sich all den überflüssigen Worten durch kaum wahrnehmbares, diskretes Abschalten entziehen, statt sich lauthals darüber aufzuregen, was uns eigentlich einfällt, länger als zwei Minuten am Stück zu sprechen.
Eigentlich logisch, dass Männer mit Small Talk nichts anfangen können - schon deswegen nicht, weil der weibliche Talk meist alles andere als "small" ist. Die meisten Männer können nicht begreifen, warum Frauen derart viele Worte dazu benötigen, Basisinformationen weiterzugeben. Auf die Frage "Na?" (Er meint damit: Wie war dein Tag, Schatz?) wünscht er sich ein freundliches "Na?" (Ganz gut, und bei dir?). Was er bekommt, ist eine Abhandlung über psychische und physische Nuancen ihres Befindens in den vergangenen 24 Stunden - und das jeden Tag aufs Neue.
Jetzt komm mal auf den Punkt!
Der Unterschied lässt sich bereits in den ersten Lebensjahren beobachten. So wie kürzlich auf dem Kindergeburtstag, bei dem die Anwesenden das Wort "Pommes" umschreiben sollten. Ein Mädchen beginnt, und zwar bei Adam und Eva: "Also, wenn man beim Hauptbahnhof die Treppen hochgeht, da kommt so ein Kiosk, und da braucht man genau zwei Euro ...". Kleine Zwischenrechnung: 20 Worte, null Info. Spätestens jetzt (die Geduld ist in diesem Alter noch nicht so ausgeprägt) unterbricht sie ihr jüngerer Bruder und erklärt: "Die isst man mit Ketchup". Ergebnis: Fünf Worte, und alles ist klar.
So gesehen ist es wirklich ein Wunder, dass Frauen mit ihren 23.000 Worten pro Tag überhaupt auskommen. Warum nur ist noch niemand auf die Idee gekommen, Frauen Kredite auf Worte zu offerieren? Es wäre ein lukratives Geschäft. Im Gegenzug könnten Männer nicht benötigte Worte zum Verkauf anbieten. Begriffe wie "fühlen, denken, glauben, vielleicht" wären bei Frauen schnell vergriffen, wohingegen die meisten Männer am Abend noch jede Menge davon übrig hätten. Die könnten sie in Schubladen stopfen und warten, bis die Aktien gestiegen sind, um sie dann auf den Markt zu werfen.
Die meisten Männer kommen mit ein paar Standardformulierungen wie "Na, alles klar?", "Das war ich nicht!" oder "Was gibt es zu Essen?" ganz gut über den Tag. Der Rest sollte - um lästige Fragen zu vermeiden - unbemerkt verschwinden. Sicher, ein Restrisiko bleibt: Mitunter könnte es passieren, dass eine ahnungslose Frau einen Schrank öffnet und ihr ein Schwall überschüssiger Worte entgegenkommt, die ihr Mann dort vor ihr verstecken wollte. Zur Rede stellen macht in so einem Fall keinen Sinn, denn die passenden Redewendungen wie "keine Ahnung, es ist nicht so wie du denkst, weiß nicht" hat er vermutlich bereits verbraucht.
Die Frau hat ihren gesamten Sprachvorrat sowieso schon verpulvert, so dass beide bis zum nächsten Tag warten müssten. Bis dahin herrschen - aus Sicht des Mannes - paradiesische Zustände: Ihr fehlen die Worte - und er genießt und schweigt.
Die Kolumne "Luft und Liebe" erscheint jeden Mittwoch auf sueddeutsche.de. Bookmark: www.sueddeutsche.de/luftundliebe
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(sueddeutsche.de)
Stephanie Longtime
(genannt Langen-Vorberg)
Evanitis
In einem Krankenhaus läutet das Telefon.
Eine weibliche Stimme fragt: "Guten Tag, Schwester. Ich wollte mich nur erkundigen, wie es Frau Herman geht. Vom Zimmer 33-45?"
"Einen Moment", sagt die Krankenschwester, "ich schau einmal ins Krankenblatt. - Nun, die Demission ist noch nicht verheilt, übermorgen wird ein Juristen-Symposion den Gips abnehmen und entscheiden ja, dann am Freitag werden die Traumata eingeläutet."
"Mhm, ja Nun, wird es irgendwelche posttraumatische äh, Einschränkungen geben. Oder Nachbehandlungen geben müssen?"
Wegen der Amnesie, meinen Sie? - Ja, vier Wochen Rekonvaleszenz ab dem 2. jeden Monats."
"Aber... - und wann wird oder kann sie aus dem Hospitalismus entlassen äh - ich meine, Ausgang?"
"Äh - am kommenden Ultimo. Ja, am 20. äh April. - Äh, aber sind Sie eine Verwandte von Frau Herman?"
"Nein, ich bin Eva Herman selbst, aber mit mir redet ja keiner mehr vernünftig."
getroffene hunde bellen!
und bei einer hündin bellts eben 23.000 mal am tag :-))))))
... und was wollen Sie damit jetzt sagen? ;-)
Ich bastel mir die "wissenschaftliche" Bestätigung für mein Vorurteil. Da sich das alles so gut anhört, gibts noch ne Null als Zuschlag:
Susanne Mayer, die Zeit, 1999:
ich schlag' also die Zeitung auf, und was steht da, steht da schwarz auf weiß? "Frauen haben ein Plapper-Gen." Die Frechheit! "Eine Studie der englischen Soziologin Dianne Hales hat das Sprachverhalten der Geschlechter untersucht und herausgefunden, daß Frauen 23 000 Wörter am Tag sprechen und Männer nur 1200 Wörter."
Luzerner Freisinn, Magazin der FPD Luzern, Oktober 2006
Die Soziologin Dianne Hales wird zitiert, die wissenschaftlich belegen liess, dass
schon weibliche Föten ihre Kiefer im Mutterleib 30-mal häufiger bewegen als männliche. Alles bereits eine Frage der Gene, wie viel ein Mensch spricht?
Wie gesagt, eine wunderbare Gerüchteküche, jeder legt sichs zurecht wie ers gerne möchte...
Folgende, minimal präzisere Info:
"Die britische Soziologin Dianne Hales hat das Sprachverhalten von Männern und Frauen untersucht. Entsprechend ihrer Untersuchung "verbraucht" eine Frau im Durchschnitt 25.000 Worte am Tag. Männer bringen es knapp auf die Hälfte."
Weiteres Nachfassen fördert keinerlei wissenschaftliche Arbeiten zutage. Die Dame veröffentlicht in erster Linie Sachbücher zu den Themen Gesundheit und "dem kleinen Unterschied" (zB. Warum haben Frauen so kleine Füße? oder "Schlafen wie ein Murmeltier").
Dianne Hales ist laut Verlag (Random House) Medizinjournalistin und Sachbuchautorin. "Sie schreibt für verschiedene Magazine und lebt am San Francisco Bay".
Von den näheren Umstände der angeblichen "Untersuchung" hört man leider nichts.
Die Geschichte mit den 25000 Worten wird trotzdem für Jahrzehnte in den Köpfen rumgeistern. Von wegen Wissenschaft !!!!
Paging