Während die Medien uns permanent über das sexuelle Befinden der Nation informieren, hat der eigene Partner keinen Schimmer von unseren Wünschen.
Betrachtet man die Medienlandschaft, könnte man meinen, es gäbe nichts als Lust auf Erden. Das Mädchen von der Seite eins ist allzeit bereit und wartet nur darauf, dass der Nachbar mal vorbeischaut. Im Big-Brother-Container vibriert es vor geballter Potenz und auch das Internet lässt keine Wünsche offen. Geht es in den eigenen vier Wänden zu Sache, findet der Sex meist im Kopf statt. Und da ist jeder gefragt, nur nicht der Mensch, der nebenan liegt. Schließlich hat der keine Ahnung, und: Wie soll er auch? Wir haben es ihm ja nie erklärt.
Kopfkino statt Sex: Während das Fernsehen aus allen Rohren schießt, herrscht im Bett das große Gähnen. (© Foto: iStock)
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Dank bild.de wissen wir zwar, dass Michele Hunziger noch nie guten Sex hatte. Doch dass es dem eigenen Partner mit uns ebenso geht, davon haben wir nicht den leistesten Schimmer. Eigentlich grotesk, doch obwohl - oder gerade weil - wir unter einer Decke stecken, bringen wir es nicht fertig, ihm zu sagen, was genau dort passieren soll. Dabei geht es doch ihn, und eigentlich nur ihn etwas an.
Von wegen, die Medien sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft: Während Internet, Fernsehen und Zeitungen aus allen Rohren mit feuchten Träumen schießen, macht sich im Schlafzimmer das große Gähnen breit.
Nahezu jeder zweite Deutsche ist im Bett unzufrieden und war deshalb schon einmal untreu. Obwohl somit einer von beiden Hörner auf dem Kopf tragen müsste, verlieren Paare über ihre eigenen Wünsche kein Wort. Zungenküsse, die an die Verdauungsmethode einer Kobra erinnern, werden klaglos hingenommen. Sex auf der Waschmaschine, in der Badewanne oder unterm Küchentisch findet trotz Rückenschmerzen immer noch statt, nur weil einer von beiden vor Jahren auf die bescheuerte Idee kam, dass sowas zu einem aufregenden Eheleben gehört.
Darüber reden? Bloß nicht! Während Millionen von Lesern längst wissen, dass Christina Aguilera von einem Quickie in der Garderobe träumt, zerbricht sich ihr Freund vielleicht den Kopf darüber, warum sie bei seinem ausgiebigen Tantra-Vorspiel ständig einnickt. Auch Lisa Marie Presley wusste offensichtlich nicht, wie sie ihrem Mann sagen soll, dass sie auf harten Porno-Sex steht, also hat sie es ganz ohne Scheu in die Medienlandschaft hinausgeträllert. Wenn sie Glück hat, liest er es zufällig.
Bleibt die Frage: Mit wem spricht der Durchschnittsmensch, für dessen Triebleben sich kein Schwein interessiert? Öffentliche Medien scheiden aus, der Partner kommt - siehe oben - sowieso nicht in Frage. Partygäste sind auch keine geeignete Zielgruppe, da solche Ergüsse in der Regel nur dann toleriert werden, wenn sie Unterhaltungswert besitzen, sprich: erstunken und erlogen sind.
Gut, dass es die öffentlichen Studien gibt. In diesem Jahr konnten 26.032 Männer und Frauen mit einem Kondomhersteller über ihr Sexleben plaudern, ohne ihre Partner mit intimen Details zu belästigen. Schön, jetzt wissen wir Bescheid: Die meisten wünschen sich erotische Rollenspiele, Fesseltechniken und Beglückungstechniken jenseits der Missionarsstellung. Die Realität sieht anders aus: Im heimischen Bett wartet der Missionar, Fesseln bleiben draußen.
Alles Sexgötter, nur wir nicht
Dennoch scheint der Frust nicht groß genug, um das beziehungsinterne Schweigen zu brechen: Jeder zweite Deutsche empfindet sein Sexleben gar als "berauschend". Offensichtlich hat keiner von denen mitbekommen, dass es Menschen auf diesem Planeten gibt, die nicht nur dreimal wöchentlich das Schlafzimmer zu Zwecken des Lustgewinns frequentieren (Griechen, Brasilianer, Russen), sondern dabei auch noch mehr als 20 Minuten durchhalten (Nigerianer, Mexikaner, Brasilianer, Italiener, Südafrikaner und wieder diese Griechen. Eigentlich alle - nur wir nicht)!
Wie kann man sich noch entspannt mit seinem Sudoku ins Daunenkissen zurücklehnen, wenn man weiß, dass sich gerade zwei Drittel der Weltbevölkerung jauchzend durch die Betten wälzt? Würde dieser ganze Druck nicht einfach von uns abfallen, wenn wir derlei gar nicht mitbekämen?
Wer Sex will, soll seinen Partner damit behelligen - und die anderen in Ruhe lassen. Wer Sex hat, auch. Dann herrscht wieder Friede im Erotik-Orbit und der Rest von uns kann guten Gewissens das Bett einfach mal wieder zum Schlafen aufsuchen. Nun gut, man muss ja nicht gleich die Studien abschaffen. Da hat man wenigstens was zum Schmökern, wenn mal wieder Funkstille in der Koje herrscht ...
Die Kolumne "Luft und Liebe" erscheint jeden Mittwoch auf sueddeutsche.de. Bookmark: www.sueddeutsche.de/luftundliebe
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(sueddeutsche.de)
Brasiliens Präsidentin Roussef
U N E R K L ä R L I C H
Da Omd hod sche ogfanga:
mit seina Neuen zum Essen ganga.
Da schene Sigi hod ned gspart
und mit am Stern aufgwart.
Noch Hummer, Schampus und Soufflé
hoam zu eahm - auf an Kaffee.
Den hod ma auf da Couch eignumma,
d Hormone sann auf Touren kumma.
Am End vo da Vaführungspistn
gaabs an neier Strich in seiner Listn.
Wollust und Gier dränga -
und da Sigi - laßt oiss hänga!
In da Vaführer-Zunft
sigt a se zum Zwergal gschrumpft.
Damit des ned zur Gwohnheit grodt,
hoid a se Apotheker-Rat.
Huat, Sonnabruin, an Mantelkrong
bis über d Ohrn naufgschlong.
Er wart, bis d Kunden weniger werdn,
redt ganz leise, kaum zum hern:
"I brauchat wos fia unten rum,
damit i konn, oder kumm."
D Vakäuferin frogt interessiert:
"Sie kenna ned, aa wenn s pressiert?
Wei s z hart is? Koa Problem,
do konn i wos zum Obführn gebn".
Da Sigi schluckt, fangt nomoi o:
"Na, na - do liegts ned dro.
Es is ned innen, ma konn s seng."
D Vakäuferin denkt noch a weng:
"Ach so? Koa Grund zum schama:
Hämorrhiden-Soim, de ham ma."
Unterm Huat rinnt da Schweiß
auf immer neie Gleis.
Oa Vasuach noch m andern
laßt Arznein aufn Tresn wandern:
Soibn, Tabletten, Tropfa, Saft,
aber nix fia d Lendenkraft.
Um des Gspui zum End zu führn,
kafft a hoid an Tee fia d Niern.
Nochdem d Erwartunga ned passn
konn a zumindest de steh lassn.
Wenn die LEIDENSCHAFT fehlt, dann wird es auch nichts mit gutem Sex. Mit meinen 39 Jahren, finde ich, wird es immer besser und wenn der Mann sich auch hingeben kann, dann ist es ein schönes Lebensgefühl. Mann fühlt sich wieder mit anderen Menschen gut verbunden und auch Ex-Freunde haben wieder einen hohen Stellenwert, man versteht sich. Ich fühle mich wie Adam und Eva im Paradies und das ist auch gut so. Freue mich wenn ich meinen Mitmenschen meine empfangene Liebe, weitergeben kann.
Die Reizüberflutungen durch die Medien lösen gewissermaßen die "Liebe" in "Luft" auf, was in unserer heutigen gesellschaftlichen, fremdbestimmten "Denke" den "Lust-Verlust" zwangsläufig herbei führt.
Ersatzweise werden "Empfindungen" wie Gefühl oder gar Liebe "virtuell" gelebt -das spart viel Zeit, Mühe und ist (fast) vollkommen virenfrei....!!
Es liegt wohl auch an der Reizüberflutung und der Überschwemmung mit Aufforderungen zum Sex.
Die Medien merken auch schon gar nicht mehr, was sie einem da zumuten. Da kommt beispielsweise eine Sendung über Mißbrauch, dann eine Werbeeinblendung mit einem nacken Hintern im Glitzerstring, oder (nachts) eine Sendung über ein ermordetes Kind und dann die Werbung für die Stöhnhotlines "Ruf mich an..."
Da wird mir übel.
.....Brief auf dem Tisch eines Liebenden:
Inigsgelibter Gatte!
Ich theile Dir mit, dass ich mich verfehlt habe. Ich kann nichts dafür, lieber Gatte. Du verzeihst mir schon alles, was ich Dir mittheile. Ich bin in Hoffnung geraten von einem andern. Ich weis ja, das Du gut bist und mir alles verzeist. Er hat mich überredet und sagte, Du kommst so nicht mer zurück vom Felde und hatte dazu meine schwache Stunde. Du kennst ja die weibliche Schwäche und kanst nichts Besseres als verzeihn, es ist schon passiert. Ich dachte mir schon, Dir muß auch was passiert sein, weil Du schon 3 Monate nichts mehr geschrieben hast. Ich bin ganz verschrocken als ich Deinen Brief erhalten habe und Du noch am Leben warst. Ich wünsche es Dir aber verzeih es mir lieber Franz, vielleicht stirbt das Kind und dann ist alles wieder gut. Ich mag diesen Kerl nicht mehr, weil ich weis ,das Du noch am Leben bist. Bei uns ist alles sehr teuer, es ist gut, das Du fort bist, im Feld kostet Dich wenigstens das Essen nichts. Das Geld, was Du mir geschickt hast, kann ich sehr notwendig gebrauchen. Es grüßt Dich nochmals Deine Dir unvergeßliche Frau
Anna
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