Würzburger Theologen haben nach den Wochenend-Gewohnheiten der Menschen geforscht. Das Ergebnis: Der Sonntag steht nicht länger im Mittelpunkt.
Guido Fuchs, Theologe und Buchautor aus Würzburg: "Aus unserer Studie geht deutlich hervor, dass der Sonntag mittlerweile zu jenem Tag geworden ist, an dem man sich ausruht, auf der Heimfahrt im Stau steht oder - als Alleinstehender - depressiv wird. Der Tag des Herrn geht im Wochenende unter.
Volle Kirchen sind eine Seltenheit geworden - viele Menschen schlafen sonntags lieber aus. Theologen denken nun darüber nach, die Uhrzeiten der Gottesdienste zu ändern. (© Foto: dpa)
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Dagegen ist der Samstag der Tag der Freizeit; die Menschen kaufen ein, machen Ausflüge oder gehen feiern. Deshalb hat der Samstag den Sonntag als Höhepunkt der Woche abgelöst.
Die Kirchen müssen diesem veränderten Freizeitverhalten Rechnung tragen, indem sie zum Beispiel die Uhrzeiten für den Beginn der Gottesdienste ändern.
Verweigern sich die Kirchen der neuen Zeiteinteilung, wird ein Gottesdienstbesuch demnächst als kulturelle Verhaltensanomalie wahrgenommen."
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(SZ vom 17.06.2009/mes/bre)
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@ blauerturm
"die Woche fängt bei uns mit dem Sonntag an. Also, bevor wir arbeiten, ruhen wir aus."
Eigentlich ist doch - aus dem Judentum herkommend - der Samstag (der Schabat) der Ruhetag, folglich der Sonntag der erste Tag der neuen Arbeitswoche (jom rischon=erster Tag). Die Christen haben das eigenwilligerweise verändert, vermutlich, um sich von ihren älteren Brüdern abzusetzen.
Wie dem auch sei, ein paar geöffnete Geschäfte, Märkte, Kaufhäuser usw. am Sonntag wären nicht schlecht.
Es juckt mir so in den Fingern hier loszulegen, ich lasse es aber aus Rücksicht auf........ach egal.
Nur so viel
"Es ist doch kurzsichtig, von veränderten Gottesdienstzeiten einen Zulauf für die Kirchen zu
erwarten. Vielleicht sollte man mehr Zeit darauf verwenden, über Qualitätsfragen nachzu-
denken und über die Rolle der Kirche in dieser Gesellschaft. "
Ich gehe bestimmt nicht nicht in die Kirche, weil ich Sonntags nach dem Aufstehen lieber den Doppelpass sehe und lange frühstücke.
Ich gehe nicht dahin, weil es keinen Gott gibt und Kirchen Ausdruck kirchlicher Verschweundungssucht sind.
Wie sagte Jesus nochmal:"Du sollst mir kein Haus bauen?"
Ausserdem sind die Lieder langweilig.
Der Kirchgang/die Teilnahme an einem Gottesdienst ist etwas Beschauliches und Besinnliches und passt ganz gewiss nicht in den hektischen Samstag, an dem noch z.B. wie wild fürs Wochenende eingekauft wird.
Ich bin evangelisch und gehe fast jeden Sonntag in den Gottesdienst. Es ist immer schön, die Menschen der Gemeinde dort zu treffen, mit ihnen zu reden, manchmal gibt es noch einen Kirchenkaffee, bei dem man sich nach dem Gottesdienst trifft und auch noch mit dem Pfarrer ratschen kann, häufig gibt es auch einfach Anlässe, gemeinsam ein Ereignis zu feiern.
Unsere Kirche ist gut besucht und für mich und alle anderen Kirchgänger ist der Sonntag ein idealer Tag, da man nach dem Gottesdienst noch einen beschaulichen Tag verbringen kann.
Vielleicht ist Herr Fuchs ja ungerne Single, was er aber eben aufgrund der Richtlinien des Vatikans = des Zölibates nicht ändern kann, zumindest nach außen hin nicht! Ich kenne allerdings viele Singles, die gerne einen besinnlicheren Sonntag verbringen, weil sie montags wieder mit der Hektik des Berufs konfrontiert werden.
Herr Fuchs hat eine komische Einstellung, die überhaupt nicht (zumindest) in mein Leben und mein Kirchenleben passt. Mein Freund ist Pfarrer, und ich bin häufig nach dem Gottesdienst allein, da er keine festen Arbeitszeiten hat und es durchaus möglich ist, dass er auch sonntags den einen oder anderen Termin hat. Ich bin sonntags viel allein, was ich aber gerade nach einem Gottesdienst als so richtig gemütlich empfinde!
"Die Kirchen müssen diesem veränderten Freizeitverhalten Rechnung tragen, indem sie zum Beispiel die Uhrzeiten für den Beginn der Gottesdienste ändern.
Verweigern sich die Kirchen der neuen Zeiteinteilung, wird ein Gottesdienstbesuch demnächst als kulturelle Verhaltensanomalie wahrgenommen."
Was ist denn das für ein Theologe? Kann es sein, dass er Ursache und Wirkung verwechselt? Die veränderte Bedeutung des Sonntags kommt doch eher daher, dass viele Menschen dem sonntäglichen Gottesdienstbesuch keine Bedeutung mehr beimessen.
Ich selbst besuche den Gottesdienst in einer anglikanischen Kirche. Die Gemeindemitglieder kommen gerne, und dass man das merkt, steigert das positive Erleben des Gottesdienstes und des Gemeindelebens. Wenn man etwas positiv wahrnimmt, richtet man seine Zeiteinteilung eher danach, als wenn man etwas als Nebensächlichkeit oder als lästige Pflicht auffasst.
Am Sonntag zu ruhen ist wahrscheinlich der angemessene Umgang mit diesem Tag. Gott hat sich auch an diesem Tag Zeit genommen, seine Schöpfung anzusehen. Ruhen heißt nicht nichts tun, sondern nicht aktiv handeln. Ich nehme mir die Zeit, mir die Blume anzusehen, ich habe Zeit für meine Kinder...
Natürlich wird der Sonntagsgottesdienst die zentrale Feier der Gemeinde sein. Da unsere Gemeinden zu groß geworden sind, wird es aber Sinn machen, alternative Angebot in der Woche zu schaffen. Das bringt Arbeit mit sich, macht aber auch Sinn. Insgesamt ist es eine zu begrüßende Entwicklung, wenn wir am Sonntag zur Ruhe finden. Ich gehe jedenfalls nach wie vor sonntags gerne in die Kirche.
Über eines müssen wir uns im Klaren sein: die Woche fängt bei uns mit dem Sonntag an. Also, bevor wir arbeiten, ruhen wir aus. Gott ist es wichtig, dass wir Kraft "tanken", bevor unser Tagwerk anfängt. Wir werden mit der Ruhe nicht belohnt, wir dürfen Kraft schöpfen, bevor wir mit der Arbeit anfangen. Ich finde das toll, dass wir gestärkt an die Arbeit gehen können. Von daher möchte ich den Sonntag nicht missen. Selbst wenn wir die Beziehung zu Jesus verloren haben, dürfen wir heute immer noch ausgeruht in die Arbeitswoche gehen. Jeder Mensch in unserem Land hat daraus Vorteile. Es ist für uns eine heilvolle Ordnung, Gott möchte, dass es uns allen gut geht und wir wenig Lasten zu tragen haben.
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