Dürre Models liegen nach wie vor im Trend. Eine französische Politikerin verlangt nun, retuschierte Bilder zu kennzeichnen, um junge Mädchen zu schützen.
Im Kampf gegen die Magersucht von jungen Frauen und Mädchen will eine französische Abgeordnete nachbearbeitete Werbefotos in Hochglanzmagazinen mit einem Warnhinweis versehen lassen.
Die Politikerin Valérie Boyer fordert, dass Fotos wie dieses (von der Londoner Fashion Week) mit einem Warnhinweis vor Magersucht versehen werden. (© Foto: dpa)
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"Fotografie, die retuschiert wurde, um das körperliche Erscheinungsbild einer Person zu verändern", soll die Warnung lauten, wie aus einem am Dienstag bekanntgewordenen Gesetzentwurf der konservativen Abgeordneten Valérie Boyer hervorgeht. Wird der Hinweis nicht gedruckt, soll demnach eine Strafe von 37.500 Euro fällig werden.
Viele Menschen hielten die mit Computerhilfe perfektionierten Werbebilder "für echt", begründete Boyer ihren Vorschlag. Sie könnten Mädchen und junge Frauen dazu bringen, Vorbildern aus der Mode- und Werbewelt nachzueifern. Deshalb müsse der Warnhinweis auch für Fotos auf Verpackungen oder in politischen Kampagnen gelten.
Boyer hatte schon im vergangenen Jahr mit einem Gesetzentwurf Schlagzeilen gemacht, der "Anstiftung zur Magersucht" erstmals in Europa unter Strafe stellen sollte. Die Nationalversammlung hat den Entwurf angenommen, der Senat als zweite Parlamentskammer hat sich bislang aber noch nicht damit befasst.
Nicht nur Politiker fordern neue Maßnahmen gegen die Magersucht.
Zuletzt hatte Alexandra Shulman, Chefredakteurin der britischen Vogue, in einem offenen Brief gegen Modehäuser wie Prada und Versace rebelliert.
Trotz der Debatte um zu magere Models würden auf Drängen der Designer immer dünnere Models für Modemagazine fotografiert, die Kleidergrößen der Kollektionen würden immer kleiner, so Shulman. Sie forderte die Modemacher auf, endlich Kleider für normale Frauen zu schneidern.
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(SZ vom 23.09.2009/AFP/vs/aro)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Wir sollten den Vorschlag konsequent weiterdenken und ein Gesetz einführen, wonach Frauen in Zukunft nur noch mit einem Warnhinweis auf der Stirn herumlaufen dürfen, auf welchem steht: "Achtung! Ich bin geschminkt. So sehe ich in Wirklichkeit gar nicht aus." oder: "Vorsicht Illusion: Haare sind gefärbt."
Mal im Ernst: Werbung ist die Kunst der Aufrechterhaltung einer Illusion. Das gilt so im Tierreich bei der Balz wie auch in der Wirtschaft. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass das etwas Natürliches ist. Außerdem gehe ich jede Wette ein, dass Frau Boyer das Haus nie ungeschminkt verlässt.
Frau Boyer hat Recht! Die Modefuzzis sollen endlich Mode für normale Frauen machen statt zynisch zu bemerken - wie dies auch der weiland selbst jahrzehntelang mopsdicke Lagerfeld tat -, daß ihre Kreationen nur an hyperdünnen Gestalten gut aussehen. Ich neige zu der Ansicht, die Herren - es sind ja meist solche - sind wohl gar nicht in der Lage, gute Mode für Frauen mit Figuren zustande zu bringen. Ein Lineal kann sogar ich hübsch einkleiden.
Heute steht auch in einem anderen Beitrag, daß in London ein "Laufstegchef" seinem Designer gekündigt hat, weil dieser Models mit Kleidergröße 40 und 42 engagiert hatte. Ein Hoch diesem Designer, ein Tritt in des Laufstegchefs flaches Popöchen! Größe 40 und 42 ist also bei dieser Denkweise schon modisch abgeschrieben, und Größe 38 wäre demnach praktisch schon das Äußerste, direkt schon fett....
Ja, es ist Zeit für eine Zensur der Magerschauen! Echte Frauen haben Kurven!
Wenn man nicht mal mit Fotografie und den Tricks der Nachbearbeitung zu tun hatte, denk man wirklich das wäre alles naturgetreu. Junge Mädchen werden mit den "wahrheitswidrigen" Abbildungen immer weiter in die "ich-bin-zu-fett-und-sowi...e-hässlich"-Spirale hineingetrieben. Hier ist Aufklärung notwendig
Wurde ja auch langsam mal Zeit...
Bei jeder Motorrad oder Autowerbung muss seit Jahr und Tag dabeistehen, daß die gezeigte Fahrweise von einem Profifahrer auf abgesperrter Strecke stammt und tunlichst nicht nachgeahmt werden sollte.
Nur bei Models und Promis darf retouchiert werden, was die Pixel hergeben um dem Kommerz zu dienen ( man darf auch gerne mal Photoshop desasters bei Google eintippen oder direkt bei http://www.glennferon.com/portfolio1/index.html vorbeischauen um zu sehen was da alles hingeschummelt wird ).
Selbst in der Modeausgabe des SZ Magazins sind leider immer noch reichlich Hungerharken ohne Sekundäre Geschlechtsmerkmale zu "bewundern".
Kein Wunder das sich Heerscharen von jungen Menschen in Fress und Brechsucht ergeben, um dem kranken Schönheitsbild nachzueifern.
Kleidergröße 36 und BMI 18 sollte Standard sein, wer drunter bleibt, darf nicht zu Werbezwecken abgelichtet oder veröffentlicht werden, basta.
Welch ein Unsinn. Zu Werbezwecken werden alle Fotografien radikal retuschiert. Toll wäre auch, ansehnliche, schlanke Hollywood-Promi-Vorbilder mit einem Tattoo zu versehen: "Das körperliche Erscheinungsbild dieser Person wurde durch kosmetische Operationen verändert." Und was die inflationär auftretenden Warnhinweise anbelangt: Welcher Raucher liest eigentlich noch die Warnhinweise auf Zigarettenschachteln?