Gesunde Ernährung Frühstück macht dünn - und schlau

Nur knapp 40 Prozent der Bundesbürger frühstücken täglich. Zu wenige: Denn wer darauf verzichtet, hat ein drei Mal so hohes Risiko, übergewichtig zu werden.

Von Sebastian Weber

Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Klar, das trichtern den Deutschen ihre Mütter und außerdem einige Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten ein. Ohne Erfolg: Nur die wenigsten nehmen sich täglich Zeit für ein wirklich gesundes und ausgewogenes Frühstück. Bei vielen Menschen besteht die erste Mahlzeit des Tages bestenfalls aus einer schnellen Tasse Kaffee.

Doch wer mit leerem Magen in den Tag startet, der schadet seinem Körper und der eigenen Gesundheit. Vor allem für Menschen die abnehmen wollen, ist das tägliche Frühstück also ein absolutes Muss. Wer nicht frühstückt, hat ein mindestens drei Mal so hohes Risiko, übergewichtig zu werden. Die amerikanische National Weight Control Registry spricht teilweise sogar von einem 4,5-fach erhöhten Risiko.

Die Erklärung dafür findet sich vor allem im Stoffwechsel. Ohne Frühstück sind die Energiereserven des Körpers rasch aufgebraucht, und schon vor dem Mittagsessen macht sich das erste Hungergefühl breit. Oftmals wird dann zu Süßigkeiten gegriffen - oder die Mittagsportion fällt übergroß aus.

Wer morgens mit leerem Magen das Haus verlässt, verlangsamt die Verbrennungsfunktion des Körpers und erschwert die Reduzierung von Fettdepots. Werden dem Körper dann plötzlich viele Kalorien zugeführt, werden diese für die nächste Durststrecke gespeichert. Die Folgen sind Übergewicht und der ungeliebte Jo-Jo-Effekt.

Wer auf ein tägliches Frühstück verzichtet, nimmt aber nicht nur Übergewicht in Kauf, sondern enthält dem Körper auch wichtige Vitamine und Mineralstoffe vor. Nur ein wirklich gesundes Frühstück liefert genug Kohlenhydrate und macht Körper und Geist fit für Höchstleistungen im Beruf und beim Studium. Die in Kohlenhydraten enthaltene Glukose macht zudem länger satt und wirkt Erschöpfungszuständen entgegen.

Idealerweise besteht ein Frühstück aus Müsli oder Vollkornbrot mit Obst und Joghurt oder Milch. Diese Kombination enthält alles, was der Körper am Morgen braucht: Vitamine, Eiweiß, Ballaststoffe und Kohlenhydrate. Auf ballaststoffarme Nahrungsmittel wie Cornflakes oder Weizenmehlbrötchen sollte hingegen verzichtet werden. Außerdem ist es wichtig, genügend zu trinken. Ob Wasser, Tee oder Kaffee, ist dabei ganz egal. Nur süße Säfte sind tabu.

Auch für Kinder und Jugendliche bedeutet ein vollwertiges Frühstück einen guten Start in den Tag. Die Gehirne von Mädchen und Jungen müssen im Schulalltag besonders hohe Leistungen erbringen. Das funktioniert nur mit einem ausgewogenen Frühstück, das die nötige Energie für den Tag liefert. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass ein kohlehydratreiches Frühstück den Prozess der Wiedergewinnung und des Bildens von Erinnerungen und das Koordinieren von komplexen Informationen fördert.

Frühstück macht demnach nicht nur dünn, sondern auch schlau. Es spricht also durchaus einiges für das Marmeladenbrot am Morgen.

Sebastian Weber ist Ernährungscoach, Journalist und Chefredakteur des Ernährungsportals Yazio.de.

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