Von Carsten Matthäus

Hängematten sehen meistens bequem aus, beim Drinliegen aber fühlt man sich wie die Füllung einer Presswurst. Unser Autor hat die Lösung gefunden.

Der Kampf um das perfekte Abhängen begann in Kindertagen. Ein Großkaufhaus bot Hängematten an, gepackt nicht viel größer als eine Coladose und auch nicht viel teurer. Die Eltern gestatteten dem Jungen sein neues Spielzeug und der ging begeistert auf Expedition. Fand zwei Bäume, entwirrte das Nylonknäuel, band die Stricke an zwei Äste, versuchte in die Matte zu klettern - und lag auf dem Boden: Astbruch.

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Zum Abhängen: Für die portable Matte von Kelsyus braucht es keine Bäume mehr. (© Foto: oh)

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Suchte viele weiter Baumpaare ab, knotete unzählige Seilverbände auf und zu und hatte es endlich geschafft: Die Hängematte hing, nicht zu hoch, nicht zu niedrig, ordentlich gespannt. Der Junge legte sich hinein und war glücklich.

Doch die Freude währte nicht lang. Wie in einem großen Netzstrumpf gefangen hing er da, konnte sich kaum bewegen, das Nylon schnitt empfindlich in die Haut.

Das Spielzeug ging den Gang aller Spielzeuge, wanderte in eine Grabbelkiste und ward nie wieder gesehen. Lange danach kam der nächste Spontankauf. Der Einheimische in einem südafrikanischen Land lachte so nett und die Hängematte hatte landestypische Muster, also band sich der Rucksacktourist die Stoffbahn auch noch auf den Rücken und trug sie heim.

Die Bäume waren schneller gefunden, der Spaß war auch hier begrenzt. Das Tuch roch zwar nach weiter Welt, hing aber in der Mitte schrecklich durch, der Rücken schmerzte schnell - Keller, Flohmarktkiste.

Doch dann, kürzlich in einem Baumarkt: Eine portable Hängematte mit Gestell und Tragerucksack. Blaues Segeltuch mit Querstreben an Kopf- und Fußende für knapp 100 Euro von Kelsyus. Spontankauf. Das Ding ist mit elf Kilo vielleicht etwas zu schwer für große Expeditionen.

Aber dieser Aufbau: einfach die Ziehharmonika öffnen, Sicherungsbolzen rein, Matte einhängen, reinlegen und genießen. Perfekt gespannt, leichtes Wiegen, Sommer. Der Kampf um das perfekte Abhängen ist gewonnen.

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(SZ vom 17.08.2009/bilu)