Wie können es Betroffene schaffen, die furchtbaren Erinnerungen an die Anschläge in Norwegen zu verarbeiten? Was können Angehörige tun? Und wie wird Norwegen als Land aus dieser Krise hervorgehen? Ein Gespräch mit dem Traumatherapeuten Christian Lüdke über Bewältigung und seine Erfahrungen mit den Amokläufen in Erfurt und Winnenden.
Christian Lüdke ist Traumatherapeut in Essen und hat Opfer der Anschläge vom 11. September in New York und der Amokläufe in Erfurt und Winnenden betreut. Im Gespräch mit sueddeutsche.de erklärt er, wie sich die Betroffenen der Anschläge in Norwegen fühlen müssen, wie man mit solchen traumatischen Erfahrungen umgehen kann - als Einzelner und als ganzes Land.
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sueddeutsche.de: Viele der Betroffenen werden vermutlich immer noch unter einem sehr starken Schock stehen. Wie äußert sich das?
Christian Lüdke: In solchen Stresssituationen schüttet der Körper riesige Mengen an Adrenalin, Noradrenalin und körpereigenen Opiaten aus. Dies führt dazu, dass Denken, Fühlen und Handeln entkoppelt werden. Viele sehen Reaktionen an sich, die sie so vorher gar nicht kannten. Manche sind wie in einer gefühlsmäßigen Vollnarkose, andere sind sehr aufgedreht, wieder andere niedergedrückt und traurig. Dieser akute Schockzustand kann bis zu zehn, vierzehn Tagen andauern.
sueddeutsche.de: Was passiert danach?
Lüdke: Dann können drei Kernsymptome auftreten: Viele werden sehr belastende Erinnerungsbilder in sich tragen. Sie sehen immer wieder den eiskalten Blick des Täters, sie hören das Peitschen der Schüsse, sie nehmen Gerüche oder Körper- und Sinneseindrücke wahr - das ist quasi wie ein Kopf-Kino, das auf allen Sinnesebenen abläuft. Sie werden außerdem möglicherweise ein sehr starkes Vermeidungsverhalten zeigen, also alles zu umgehen versuchen, was sie an das Erlebte erinnert. Wenn sie zum Beispiel einen Polizisten in Uniform sehen, wenn sie den Namen des Täters hören, dann werden all diese Erinnerungen wieder aufgewühlt. Und viele werden Erregungssymptome zeigen, sie werden Schlaf- und Essstörungen haben, vielen wird übel sein, dauerhaft. Diese Phase kann sich über mehrere Monate hinziehen.
sueddeutsche.de: Wer ist besonders anfällig?
Lüdke: Besonders hoch sind die gefährdet, die Vortraumatisierungen erlitten haben, wie Trennungen, den Tod naher Angehöriger, Krankheiten, Unfälle. Alleinstehende mit nur wenigen Kontakten, die unzufrieden sind mit ihrem beruflichen wie privaten Leben, haben ein erhöhtes Risiko, längere Zeit unter einem solchen Erlebnis zu leiden oder sogar schwer zu erkranken. Dagegen haben Menschen, die eine Familie und Freunde haben und mit sich und ihrem Leben zumindest mittelgradig zufrieden sind, sehr gute Voraussetzungen, so ein Erlebnis für sich alleine zu verarbeiten. Am Ende sind es etwa zehn Prozent der Betroffenen, die später auch professionelle Hilfe benötigen.
sueddeutsche.de: Nicht alle benötigen professionelle Hilfe bei der Verarbeitung?
Lüdke: Nein. Diese Menschen sind ja nicht krank im therapeutischen Sinne. Sie haben etwas sehr Außergewöhnliches erlebt und zeigen sehr außergewöhnliche Symptome. Aber egal, welche Symptome sie zeigen: Das sind immer normale Reaktionen auf das Ereignis. Was sie brauchen, sind stabile Bezugspersonen. Schon ein bester Freund, eine beste Freundin, ein naher Angehöriger sind für den Betroffenen als Hilfe ausreichend. Eine stabile Person, die unmittelbar anwesend ist, die stellvertretend Zuversicht und Hoffnung vermittelt, die tröstet, die nicht weinend vom Stuhl fällt, wenn die Betroffenen von den schlimmen Erlebnissen berichten. Jemand, der äußere Dinge regelt, Aufgaben im täglichen Leben übernimmt. Fehlen diese, dann kommen Experten wie Medizinier, Psychologen und Therapeuten ins Spiel.
sueddeutsche.de: Wie verhalten sich Angehörige und Freunde richtig?
Lüdke: Angehörige und Freunde sollten keine Vorwürfe machen, nach dem Motto "Warum musstest du auch auf diese Insel fahren?!" Man sollte den Betroffenen außerdem selbst überlassen, ob und in welcher Form sie das Erlebte thematisieren oder besprechen müssen und wollen. Reden hilft oft nicht. Es gibt Menschen, wenige, denen hilft es, immer wieder über das Erlebte zu sprechen. Anderen hilft es, wenn sie Musik machen, Sport treiben, wenn sie kreativ sind oder sich auch einfach nur zurückziehen und für sich alleine sein wollen. Ganz wichtig ist, dass die Betroffenen viel Ruhe und Abstand haben, damit diese Selbstheilungskräfte in Gang gesetzt werden können. Je größer die Wertschätzung ist, die die Betroffenen erfahren, desto größer sind ihre Heilungschancen.
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Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
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Das ist ein Drama mit dieser Blödpresse. Schätzungen nach, verenden in Ostafrika, täglich 5000 – 6000 Menschen am Hungertod. So genau kann man das lt. Uno gar nicht mehr einschätzten bei Rund 12.000.000 Menschen, die akut von Hungersnot bedroht sind.
5.000 – 6.000 Hungertote, täglich. Aber nein, die Blödpresse interessiert sich mehr für ein 1500 Seiten langes Nazi-Manifests. Pardon, ist er jetzt ein Nazi oder ein Erzkonservativer?
distanzieren will, so wird doch klar, dass er nur reine Naziidealogie vertritt:
Keine Vermischung der Rassen, Hass gegen Ausländer, Kampf gegen den Marxismus - bei Hitler hieß es noch Kampf gegen den Bolschewismus; Kampf gegen den Kultur-Marxismus - bei Hitler hieß es Kampf gegen die linken oder roten jüdischen Intellektuellen; Abneigung gegen den Kapitalismus - bei Hitler hieß es: das jüdisch-amerikanische Finanzkapital, die Vorstellung, nur er habe recht und die anderen dürfen und müssen mit allen Mitteln vernichtet werden; alle Gegner müssen b e s t r a f t und mit Stumpf und Stil ausgerottet werden, usw. Insofern ist dieser Unmensch nicht originell sondern wiederholt nur, was durch Hitler in Mein Kampf und durch andere Schwachköpfe schon vor 90 Jahren propagiert wurde.
... hat mittlerweile seinen eigenen Korrespondenten nebst Team da oben. Die Klatschpresse rennt hinterher. Jetzt schnell an den Vater (in Frankreich), Verwandte, Freunde, Nachbarn, Schulkameraden, den MIlchmann heran, da lässt sich noch viel saugen.
Ich würde mich mit dem Material des norwegischen Fernsehens begnügen und sachlich kommentieren.
Den grausam verhungernden Menschen in Afrika hilft das wenig. Dort steht keine Journaille Schlange, da interessiert sich kein Mensch für das Umfeld sterbender Menschen.
Die 1500 Seiten eines verblödeten Manifests sind interessanter als der letzte Schrei eines Kindes das in Afrika stirbt. Europa trauert um sich selbst. Wie werden wir das nur alles verkraften?
Trauer um das eigene Missgeschick?
Ich finde bei all dieser Tragödie, darf nicht unerwähnt bleiben, dass ein 1/3 der Norweger rechtspopulistische Parteien gewählt haben.
Auch wir Deutschen glaubten in den 30er Jahren an einen menschenverachtenden Rechtspopulisten. Raus gekommen ist nicht ein Attentat, sondern die größte Tragödie in der Menschengeschichte.
Nirgends ist zu lesen, wie sich die Norweger in Zukunft gegen Rechtspopulisten aufstellen wollen.
Statt dessen, wird er Versuch unternommen zu erklären, dass der kriminelle Attentäter kein Nazi war sondern ein Erzkonservativer der halt durchgedreht ist, aber ansonsten ein ganz anständiger Bürger war, mit Abitur und so, kein dummer Glatzkopf.
Der Attentäter Breivik, handelte aus reinem sog. Rassenhass. Seine gezielt ausgesuchten Opfer, waren erkennbar anderer Herkunft und Bürger die sich mit diesen Menschen umgaben.
Das der Attentäter aus einer sog. Rassenideologie getrieben war, besteht für mich kein Zweifel.
Dieser Sensationsjournalismus schmerzt - warum wird der Hungersnot in Afrika nicht diese Aufmerksamkeit zu teil? Immerhin reichts für einen verschämten Spendenaufruf im Abseits.
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