Zukunft der Elbphilharmonie Hamburg baut vorerst weiter mit Hochtief

Die Entscheidung ist gefallen: Hamburg baut vorerst weiter mit Hochtief die Elbphilharmonie.

(Foto: dapd)

Beim Bau der umstrittenen Elbphilharmonie hat sich der Hamburger Senat vorerst für eine weitere Zusammenarbeit mit Hochtief entschieden. Die Stadt muss Mehrkosten von 198 Millionen Euro tragen, dafür soll der Baukonzern künftig alle Risiken bei dem Konzerthaus übernehmen.

Trotz jahrelangen Streits um Kostenexplosionen und Zeitverzögerungen will die Stadt Hamburg die Elbphilharmonie mit dem Baukonzern Hochtief gemeinsam zu Ende bauen.

Hochtief habe der Stadt ein Angebot gemacht, das spektakuläre Konzerthaus im Hafen für 198 Millionen Euro Mehrkosten zusammen mit den Architekten Herzog & de Meuron zu Ende zu bauen, sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Samstag nach einer Sondersitzung des Senats im Hamburger Rathaus. Sollte das Konzerthaus die Steuerzahler zunächst 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein, liegen die Gesamtkosten nun für das komplette Gebäude mit Hotel und Parkhaus bei 575 Millionen Euro.

Gleichzeitig verzichtet Hochtief auf sämtliche Nachforderungen und übernimmt das alleinige Risiko. "Das ist ein Vorschlag, der wirtschaftlich vernünftig ist und falls es teurer wird, sind es nicht die Risiken der Stadt, sondern die von Hochtief", sagte Scholz. "Die Verhandlungen waren sehr kompliziert. Es ging um die Frage, wie kommt man eigentlich zusammen?", gab der Bürgermeister zu. Noch letzte Woche hatte es so ausgesehen, als ob man Hochtief kündigen werde.

Jetzt will die Stadt das Konzerthaus grundsätzlich mit Hochtief zu Ende bauen, die Verträge sollen bis zum 28. Februar 2013 unterschrieben werden. Die Übergabe des Gebäudes soll dann im Juli 2016 erfolgen, die Eröffnung verschiebt sich nochmals auf Frühjahr 2017.

Ein wichtiger Geburtsfehler des Projekts könne mit diesem Vorschlag beseitigt werden, sagte Scholz: Hochtief werde nun direkt mit den Architekten zusammenarbeiten, die Stadt bleibt außen vor und werde den Bauprozess nur noch beobachten. Auch die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron hätten eine Zusammenarbeit mit Hochtief empfohlen.

Die Alternative für die Stadt wäre gewesen, das Projekt alleine zu Ende zu bauen. Die Mehrkosten hätten dann aber ebenfalls bei 200 Millionen Euro gelegen und Hamburg hätte das Risiko alleine tragen müssen. Eventuell hätte die Stadt in jahrelangen Gerichtsprozessen Geld zurückbekommen. Die Stadt behält sich jedoch nach wie vor ein Kündigungsrecht vor, sollten die Verträge nicht am 28. Februar 2013 unterschrieben werden.

Alle sind zu finanziellen Zugeständnissen bereit

Der Vorstandsvorsitzende von Hochtief, Marcelino Fernández Verdes, mit dem Scholz bis zum Schluss verhandelt hat, begrüßte die Entscheidung: "Die Neuordnung des Projekts wird möglich, weil alle Parteien zu weitgehenden finanziellen Zugeständnissen bereit sind." Hochtief werde "viele Millionen Euro aufwenden, umfassende Garantien abgeben und viel mehr Verantwortung übernehmen, um die Elbphilharmonie so schnell und so gut wie möglich zu realisieren".

Im Gegenzug erhielten alle Seiten die nötige Klarheit über die Kosten und könnten sich auf die Fertigstellung statt auf jahrelange Gerichtsprozesse konzentrieren. Dies sei auch für den Steuerzahler die günstigste und sicherste Lösung. Seit Jahren streiten sich die Stadt und der Baukonzern über explodierende Kosten und Zeitverzögerungen beim Bau der Elbphilharmonie. Seit einem Jahr ruhen die Bauarbeiten nahezu vollständig.